Terror im Bataclan und der Mann am Merch-Stand

Shownotes

Die Eagles of Death Metal sind 2015 mit ihrem Album „Zipper Down“ auf Europatour, als sie am 13. November im Bataclan in Paris spielen. Am Merchstand, direkt am Eingang der Halle, steht Merchmanager Nick Alexander. Der Brite ist begeisterte Musikfan, Teil der Live-Industrie und reist seit Jahren mit Bands durch Europa, er arbeitete unter anderem für The Black Keys, Sum 41, Fall Out Boy und Damon Albarn. Er ist eines der 90 Anschlagsopfer, die an diesem Abend ihr Leben in der Konzerthalle verlieren, als drei Attentäter (während des Songs „Kiss the Devil“) das Konzert stürmen und ihren tödlichen Terror verbreiten.

Jeden zweiten Donnerstag neu: „True Crime Tracklist – Verbrechen in der Rockmusik“ – der Podcast zwischen Mord, Musik und menschlichen Abgründen. In der myBOB-App, auf radiobob.de und überall, wo es Podcasts gibt. Ihr habt Fragen, Feedback oder wollt einen Themenvorschlag abgeben? Dann geht das HIER.

Transkript anzeigen

00:00:00: Paris, Boulevard Voltaire.

00:00:02: Ein Freitagabend im November kurz vor zehn Uhr abends.

00:00:06: Im Club – fifteenhundert Leute ist es ausverkauft die Eagles of Death Metal aus Kalifornien spielen.

00:00:12: Ganz vorne, direkt hinter der Eingangstür vom Club, da steht ein Mann aus England und verkauft T-Shirts.

00:00:17: Neunzig Menschen in diesem Saal werden den Abend nicht überleben?

00:00:21: Er ist einer von ihnen!

00:00:48: Ja Hallo und guten Tag.

00:00:50: Wir bei True Crime Tracklist von Radio Bob, ich bin André Dostal...

00:00:54: Und ich bin Nina Logis!

00:00:55: Wir zwei nehmen uns hier alle vierzehn Tage einen spannenden Kriminalfall vor der etwas so mit Rockmusik zu tun hat im weitesten Sinne.

00:01:02: Ihr findet uns überall da wo es Podcasts gibt und wenn ihr keine Folge verpassen wollt dann abonniert uns und wenn euch gefällt was wir machen, lasst uns gerne eine Bewertung da.

00:01:11: das hilft uns mehr als ihr denkt.

00:01:13: Heute ist wirklich ne richtig krasse Folge.

00:01:16: Das müssen wir euch direkt vorher sagen, also die fällt uns auch nicht leicht weil es geht um einen Terroranschlag.

00:01:22: deswegen ja wisst das auf jeden Fall dass ist heute harter tobak ist.

00:01:27: aber bevor wieder einsteigen wollen wir noch mal ganz kurz zurück gehen zur letzten folge.

00:01:31: da ging es ja um die tote strafe und hat man noch so ein paar fragen.

00:01:35: deswegen wollen wir da kurz noch

00:01:36: was erklären ja denn in der letzen folge über die ermordung der mutter von davina varow von jeans addiction.

00:01:42: Da kam bei uns die Frage auf, warum in den USA zwischen einem Todesurteil und einer möglichen Hinrichtung dann oft Jahrzehnte vergehen.

00:01:49: Hört man immer wieder, da saß es zwanzig Jahre in der Todeszelle oder dreißig Jahre.

00:01:52: Und das war hier auch so, hört noch mal in die Folge rein.

00:01:55: Dann wisst ihr von was wir sprechen?

00:01:57: Wir haben das nachgeforscht.

00:01:58: Also, der Grund, warum man nicht einfach zum Tode verurteilt wird in den

00:02:02: U.S.A.,

00:02:02: und danach nebenan geht zur Inrichtung ist ... Jedes einzelne Todes- urteil wird automatisch von der höchsten Instanz des Bundesstaats überprüft ganz ohne dass er verurteilte, das beantragen muss.

00:02:15: Diese Überprüfung fragt nicht noch mal ob jemand schuldig ist.

00:02:17: Sie fragt, ob der Prozess selbst sauber gelaufen ist?

00:02:21: Ob die Geschworennen korrekt ausgewählt wurden?

00:02:23: Ob der Verteidiger seine Arbeit richtig gemacht hat oder ob Beweise ordnungsmäßig behandelt worden?

00:02:28: Darin ist bei Riccati dem Verurteilten in der letzten Folge das Todesurteil am Ende gescheitet.

00:02:33: Nicht an Zweifen an seiner Schuld sondern einem einzigen Fehler bei der Auswahl der Geschworenen.

00:02:38: Das wurde dann erst Jahrzehnte später tatsächlich entdeckt!

00:02:41: Ja, und warum der ganze Aufwand?

00:02:43: Weil natürlich eine Hinrichtung das einzige ist was sich später nicht mehr korrigieren lässt.

00:02:48: Das andere Fehlurteil kann man aufheben, man kann Leute freilassen, entschädigen bei der Todesstrafe eben nicht.

00:02:54: Das ist ja auch schon einige Male schiefgegangen in den USA.

00:02:57: Und deshalb baut das System in den US bewusst so viele Prüfschritte ein, wie es kann und genau das frisst dann eben dieser Zeit.

00:03:04: In Kalifornien, wo der Fall aus unserer letzten Folge verhandelt wurde, dauert das im Schnitt dann eben zwanzig Jahre oder sogar länger.

00:03:11: mittlerweile – das is krass!

00:03:13: – sterben da mehr Verurteilte im Gefängnis an altersbedingten Ursachen oder durch Suizid als durch die Todesstrafe selbst?

00:03:20: Und wie ich schon gesagt hab, auf neun Tatsächliche Hinrichtungen in den USA kommt Statistisch ein Fall.

00:03:26: In dem sich später dann herausstellt, da wurde jemand unschuldig verurteilt.

00:03:30: Das ist natürlich richtig

00:03:31: schlimm!

00:03:32: Und das Ding ist ja auch dass es da kaum Anwälte gibt die sich wirklich mit solchen Dingen beschäftigen... ...das ist halt wirklich auch ein scheiß Job.

00:03:39: du musst halt wirklich alles nochmal überprüfen und das will halt auch kein Anwalt machen und da lässt sie auch nicht viel Geld verdienen und deswegen dauert das so lange und ich habe auch schon gehört, dass dann die Verteidigung halt bei Zeugen, die sehr alt sind zum Beispiel.

00:03:53: So viel Zeit verstreichen lassen und wenn der Zeuge dann stirbt, kann er nicht noch mal befragt werden.

00:03:59: Und weil bei dieser Prüfung im Nachhinein eben nicht herausgefunden werden kann ob diese Zeuge möglicherweise heute seine Meinung geändert hat, kann die Todesstrafe nicht verstreckt werden, weil man halt im Nach hinein nicht nur mal gucken kann, ob der jetzt heute nochmal sagen würde ach nee, wenn ich mich jetzt noch mal recht entsinne was doch ganz anders so... Und deswegen kann die Todesstrafe in dem Fall nicht verhängt werden.

00:04:18: Weil oder nicht verhängt worden ist sie ja, aber sie kann halt nicht ausgeführt werden weil es dann noch diesen letzten Restpfeifel gegeben hätte.

00:04:24: so und das ist halt.

00:04:26: wir haben's ganz oft schon gesagt unser Lieblingswort dafür ist die Spitzfindigkeiten in der amerikanischen Rechtsprechung.

00:04:32: Unfassbar!

00:04:32: Oder mir war das nicht bewusst ich wusste das nicht.

00:04:34: Ich habe das so noch nie irgendwie auch hinterfragt.

00:04:38: Ja, so lernen wir hier alle gemeinschaftlich in diesem Podcast auch noch was Neues.

00:04:43: Aber jetzt kommen wir zum heutigen Fall.

00:04:44: Nina hat schon gesagt... Das ist ganz schön heftig!

00:04:47: Es geht nicht einfach nur um Mord und Dotschlag oder irgendjemanden hat einen Hintergang oder dummes Zeug gemacht oder sich geirrt oder es ist kein Unfall passiert sondern es geht ja heute um einen Terroranschlag.

00:04:58: Wir sprechen über den thirteenth November zwei Tausend Fünfzehn.

00:05:01: an diesem Abend greifen in Paris drei koordinierte Terrorkommandos innerhalb von gut einer halben Stunde an Das Date France, während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland.

00:05:10: Mehrere Restaurant-Terrassen im Osten der Stadt und das ausverkaufte Rockkonzert in Bataclan – einer Konzerthalle im elften arrondissement.

00:05:17: In dieser Nacht sterben hundertdreißig Menschen, neunzig davon allein In dieser Konzett-Halle.

00:05:22: Bei Gedenkfeiern werden inzwischen hundertdreißig Opfer erinnert, weil zwei später verstorbenen Überlebende noch einbezogen werden.

00:05:29: Es sind die tödlichsten Terroranschläge in der Geschichte Frankreichs.

00:05:32: es spielen Die Eagles of Death Metal aus Kalifornien!

00:05:36: Aus der Tour Crew stirbt ihr Merchandise Manager einen fünfundreißige Englender namens Nick Alexander.

00:05:41: außerdem sterben drei Mitarbeiter ihrer Plattenfirma über ihn.

00:05:44: Über diesen Nick Alexander erzählen wir diesen

00:05:46: Abend Am Boulevard Voltaire in Paris, da steht ein Haus das dort eigentlich nicht hingehört.

00:05:52: Zwischen lauter grauen Sandstein plötzlich eine Fassade in rot,

00:05:55: grün

00:05:56: und gold.

00:05:56: Gebaut wie ne chinesische Pagode!

00:05:59: Ein Pariser Architekt hat sie, aus dem Jahr im Jahrzehnt, als Grand-Café Chinois deatre Bataclan eröffnete.

00:06:07: Den zweiten Teil des Namens bogte es sich bei einer Operette von Jacques Offenbach Bataclon.

00:06:12: ein einaktiger Spaß über vier Franzosen, die sich einem erfundenen chinesischen Kaiserreich als Chinesen ausgeben.

00:06:19: Der Saal darunter, der hat danach ziemlich alles durchgemacht.

00:06:22: Was ein Pariser Vergnügungslokal so durchmachen kann.

00:06:25: Er war mal ein Kino, Tonfilmkino, einen Brand gab's, dann einen Umbau und einen langen Leerstand wieder auf Erstehung.

00:06:33: Seit den Siebzigern ist das Butterclaw die Rockhalle, die es ist.

00:06:36: Seit deinerzeit steht es als historisches Monument sogar unter Denkmalschutz.

00:06:41: Lurid hat da mal gespielt, Prince, Oasis auch, Jeff Buckley hat hier eine Live-EP aufgenommen.

00:06:46: also schon einiges Historisches ... Musikhistorisches passiert.

00:06:50: Tausendfünf von der Leute passen rein, also ungefähr so eine Hausnummer wie die Große Freiheit.

00:06:56: Und am Freitag, dem dreizehnten November, ist eben diese Konzerthalle komplett ausverkauft.

00:07:01: Auf der Bühne stehen wie schon erwähnt die Eagles of Death Metal.

00:07:05: Der Name ist einer der irreführendsten der Rockgeschichte.

00:07:07: Das ist so eine kleine Mogelpackung!

00:07:08: Die spielen gar kein Death Metal, sind auch keine Eagles sondern das ist so ja so falsett Boogie Rock von Jesse Hughes und Josh Ommy.

00:07:16: Gegründet haben die beiden das Ganze in Palm Desert in der kalifornischen Wüste.

00:07:20: Die beiden kennen sich seit der Schule.

00:07:21: Ommi, den die meisten von Queens of the Stone Age kennen, spielt auf dem Platten Schlagzeug und produziert geht aber mit der Band nur selten auf Tour.

00:07:28: Eine Stadion-Band sind die Eagles Of Death Metal nie geworden – seit deiner Zeit sind sie dabei!

00:07:33: Es gibt vier Alben, drei davon waren in den US-Charts….

00:07:36: Ein Publikum, das Sie in Clubs und Mittelgroßen heilen zu sehen bekommt.

00:07:39: Also genau in der Größenordnung, in die das Butterclon passt.

00:07:42: Live gehört die Bühne Jesse Hughes, schnobbert Sonnenbrille und zwischen den Songs Ansagen wie von der Kanzel.

00:07:48: Denn Hughes ist tatsächlich ordinierter Geistlicher – das bedeutet er ist tatsächlich Priester und hält auf Tour Gottesdienste für die Kollegen!

00:07:55: Sie sind auf Europa-Tour des vierte Albumsipper Downes gerade sechs Wochen alt und in Deutschland auf Platz neunund dreißig eingestiegen Und Paris ist eine ihrer liebsten Städte.

00:08:09: Im Januar hat das Land innerhalb von drei Tagen drei Anschläge erlebt.

00:08:12: Der Erste gilt der Redaktion von Charlie Hebdo, ihr erinnert euch wahrscheinlich.

00:08:16: Seit Jahrzehnten karikiert das französische Magazin Politik und Religion.

00:08:20: Sie wurden immer wieder bedroht wegen der Mohammed-Zeichnungen auf dem Cover zum Beispiel.

00:08:24: Schon im Jahr zwei Tausend Elf hatte ein Brandanschlag die Redaktionen getroffen Und im Jahr zweitausend Fünfzehn.

00:08:29: dann eben der schlimme Anschlag auf die Redakktion.

00:08:31: Dann am achten Januar wird eine Polizistin in einem Pariser Vorort erschossen und am neunten Januar ein jüdischer Supermarkt überfallen.

00:08:38: Siebzehn Menschen werden getötet, in der Region Paris gilt seitdem die höchste Warnstufe.

00:08:43: im ganzen Land sichern tausende Soldaten Bahnhöfe, Synagogen und Redaktionen.

00:08:47: Im Februar ein Messerangriff in Nizza, im Juni einen Anschlag auf eine Fabrik.

00:08:51: Im August versucht dann bewaffneter Mann in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris mehrere Menschen zu töten.

00:08:56: Einige Passagiere greifen ein und überwältigen ihn.

00:08:59: In dieser Lage steht das Land an diesem Freitagabend im November.

00:09:03: Der französische Musikjournalist Guillaume B Deschärf ist am Abend in Bataclan, um die Show für ein Musikmagazin zu besprechen – außerdem drei Mitarbeiter der Plattenfirma Thomas Ayat, Marie-Mossé und Manu Perez.

00:09:15: Die Vorbands sind gerade fertig!

00:09:16: Es ist ein ganz normaler Freitageabend in einem ausverkauften Club.

00:09:22: Wir erzählen euch kurz, wer dieser Merchverkäufer war für die Eagles of Death Metal um den es heute geht.

00:09:27: Nick Alexander kommt am siebten Februar in der Welt.

00:09:30: Er wächst in Wheelie auf.

00:09:32: Das ist ein ganz kleines Dorf östlich von London in der Nähe der Nordseeküste.

00:09:36: Ein Ort mit ein paar Tausend Einwohnern, eine Kirche und einen Bahnhof.

00:09:39: Ansonsten sehr viele Felder.

00:09:41: Nix Eltern heißen Barry und Sheila.

00:09:43: Er hat auch ne sieben Jahre ältere Schwester.

00:09:45: Die heißt Zoe.

00:09:46: Nick wird in der Dorfkirche getauft und konfirmiert.

00:09:48: Er ist Messdiener, er ist bei den Pfadfindern alles was man so macht in der Dorfjugend.

00:09:53: Die Grundschule besuchte im nahen Kolchester bis eine kleine Stadt wie vor allem dafür berühmt es die älteste urkundlich erwähnte Stadt in England zu

00:10:00: sein.".

00:10:01: Was Nick und seine Schwester Zoe zusammenschweißt is Musik!

00:10:04: Die beiden lesen den NME – New Musical Express das britische Musikmagazin das damals jede Woche erschien und in England ungefähr die Rolle hatte die hierzulande die brave Untermusikexpress zusammen hatten.

00:10:15: Es entschied mit, was cool war und cool ist in England Mitte der Neunziger eben – Britpop.

00:10:19: Blur gegen Oasis, Pulp, Supergrass.

00:10:22: jede Woche eine neue beste Bad aller Zeiten.

00:10:24: So hat das später beschrieben!

00:10:25: Sie und ihr Bruder waren besessen davon... Sieben Jahre Altersunterschied fühlen sich bei Kindern riesig an, sagt sie aber als Erwachsener sei er nicht nur ihr Bruder gewesen sondern auch ein guter Freund.

00:10:35: Sie gehen zusammen auf Konzerte.

00:10:37: Einer von Nix Lieblings Songs ist Man size Rooster von Supergrass Ein gut zweieinhalb Minuten kurzer Britpop-Song.

00:10:42: von

00:10:45: Britpop war für englische Jugendliche dieser Jahre keine Musikrichtung, sondern eine Zugehörigkeit.

00:10:50: Die Bands kamen wie sie aus Manchester, aus Sheffield, aus Kleinstädten und Kölchester.

00:10:54: Sie sahen auch aus wie die Jungs aus der Parallelklasse und sang mit Akzenten der Gegenden, aus denen sie selber kamen als Blurr und Oasis im August-Ninzehnfünftnundzig ihre Singles am selben Tag rausgebracht haben – da war das in Großbritannien wochenlang ein Thema.

00:11:08: so wichtig war es damals!

00:11:09: Und für ein Kind aus einer englischen Kleinstadt war die Message auch damals klar, sie haben das geschafft.

00:11:14: Also könnte ich das vielleicht auch?

00:11:16: Bei Nick Alexander geht der Weg nicht so gradlinig.

00:11:19: Er kriegt zwar als Junge eine Gitarre aber er wird nie Musiker.

00:11:22: Er steigt in die Musikszene eher vom Bühnenrand ein kann man sagen.

00:11:26: Er geht zu dem Studium nach Liverpool Englische Literatur und hängt danach noch einen Master dran über Science Fiction Zurück in Colchester, da legt er auf.

00:11:35: Zwei Jahre lang veranstaltet er eine eigene Clubnacht im Kulturzentrum der Stadt.

00:11:39: Der Leiter des Hauses erinnert sich später an einen ungewöhnlich lebhaften getriebenen Typen mit viel Charme.

00:11:44: Er war aber nicht nur ein Charmeur sondern auch sehr klug.

00:11:47: In den Beruf, den er dann fünfzehn jahrelang machen wird hat ihn seine Schwester gebracht.

00:11:51: Sohi hat nämlich für ne Merchandisefirma gearbeitet und ihm ein Job besorgt.

00:11:55: Da war er noch Schüler Und das startet zum ersten Mal auf dem Wie Festival.

00:11:59: Da verkauft er noch Programmhefte.

00:12:00: so fängt das alles für ihn an

00:12:02: Hatigte.

00:12:03: für mich ist, dass er ein Master in Science Fiction hat.

00:12:05: Das ist das Aller Tollste!

00:12:08: Am Ende ist er dann Merchandise Manager.

00:12:10: Falls das für euch so nach... Der Typ der T-Shirts verkauft klingt, ja aber der Job ist deutlich größer.

00:12:15: Hinter dem Träsen stehen an einem Konzertabend mehrere Leute bei großen Shows und an mehreren Ständen gleichzeitig meist Ortskräfte die für diesen ein Abend dazukommen.

00:12:23: Der Merchandise Manager ist der, der mit der Band reißt und den Laden führt im Grunde.

00:12:28: Er plant Monate im Vorfeld, er plant welche Motive gedruckt werden und in welchen Größen.

00:12:32: Er verhandelt mit den Hallen über deren Umsatzbeteiligung und kalkuliert für jede Stadt anders.

00:12:37: Er baut auf weiß ihr Aushilfen ein und erzählt und rechnet ab wenn alle anderen längst im Bus sitzen.

00:12:42: An diesem Stand hängt bei vielen Bands ein erheblicher Teil der Tureinnahmen, auf.

00:12:46: der Unterschied zwischen einer Tour die sich lohnt und eine die draufzahlt.

00:12:49: Der Sänger sieht die Leute zwei Stunden von der Bühne aus.

00:12:52: am Stand wird geredet jeden Abend in jeder Stadt oft stundenlang und der Stand ist bei jedem Konzert der Ort an dem sich die Leute treffen Die alleine gekommen sind.

00:13:00: Wer zwei Stunden vor einem das da ist, der steht dort.

00:13:02: Wer nach der Zugabe nicht nach Hause will, stellt sich auch dahin!

00:13:05: Wer diesen Stand über Jahre betreut, erkennt deshalb die Gesichter wieder, die bei jeder Tour auftauchen – oft bevor die Band überhaupt weiß dass es sie

00:13:12: gibt.".

00:13:12: So wie Alexander hat genau das an ihrem Bruder beschrieben?

00:13:15: Er sei jemand gewesen, der auf Menschen zuging, deshalb sei er in diesem Beruf perfekt gewesen.

00:13:20: Man habe gemerkt wenn er einen Raum betreten hat und man habe ihn nach einer einzigen Begegnung nicht vergessen können... Die Liste der Bands, für die Nick Alexander arbeitet, liest sich wie ein Querschnitt durch zwei Jahrzehnte britischer und amerikanischer Rockmusik.

00:13:33: Die Black Keys, Sun-Forty One, Panic at the Disco, Fallout Boy, NGMT und Yusuf Islam den die meisten noch als Cat Stevens kennen.

00:13:40: Für all die hat er gearbeitet!

00:13:42: Bei einem Namen auf seiner Liste lohnt es sich einen kurzer genauer Blick zurück – den habe ich euch nämlich noch gar nicht verraten weil er für Nick sehr besonders ist Der Junge, der in Essex jede Woche das NMI-Magazin gelesen hat und sich für Plur oder Oasis entscheiden musste.

00:13:55: Er arbeitet als Erwachsener für Damon Albarn – also für den Sänger von Plur einer der beiden Bands um die sich sein halbes Teenager Leben gedreht hat!

00:14:04: Zwei-tausend zwölf arbeitet er für Africa Express.

00:14:07: Das ist ein Projekt von Damon Alban und einem britischen Journalisten, die Idee afrikanische und westliche Musiker gemeinsam auf Tour bringen, quer durch Großbritannien in dem gemieteten Zug – das ist ein Non-Profit-Projekt also eins ohne Gewinnabsicht für den guten Zweck.

00:14:20: Nick macht es für einen stark reduzierten Lohn weil er's einfach toll findet!

00:14:24: Der Leiter des Projekts, ein Londoner Musikmanager, erinnert sich an Nick als kompletten Musikentusiasten und sagt, er sei einer der Guten gewesen.

00:14:32: Diese beiden Dinge zusammen ergeben ein ziemlich genaues Bild.

00:14:34: Ein Mann, der für die Black Keys arbeitet als die auf dem Höhepunkt ihres kommerziellen Erfolgs sind und der im selben Jahrzehnt bei einem Projekt ohne Gewinnabsicht mithilft weil ihm die Sache einfach gefällt.

00:14:45: Der Rektor seiner Dorfkirche, der in über zwanzig Jahre kannte beschreibt ihn später als jemanden von erheblicher Intelligenz, der einen Gespür für andere Menschen und deren Bedürfnisse hatte.

00:14:54: Eine langjährige Freundin sagte BBC, er habe immer an andere gedacht.

00:14:58: Ein Kollege aus dem Tourgeschäft, der zehn jahrelang mit ihm befreundet war sagt Nick habe einem das Gefühl gegeben, willkommen zu sein und erhabe Jüngeren in der Branche geholfen.

00:15:06: Seine Schwester Soly beschreibt ihn im NMI als schrulligen Rock'n'Roll-Typen, der immer den unbetretenden Weg gesucht hat.

00:15:13: Das Leben, das zu diesem Beruf gehört ist allgemein bekannt und eben kein bequemes.

00:15:17: Nachtfahrten im Tourbus, früher Aufbau, Wochen ohne festen Ort... Wer das fünfzehn Jahre macht, der macht es nicht irgendwie mal so zufällig.

00:15:23: und die Kollegen werden dabei zur zweiten Familie.

00:15:26: Merchandiser Tourmanager, Bühntechniker, Busfahrer, die sich alle paar Monate in den nächsten Halle in Europa wiedersehen!

00:15:33: Sie ist seine richtige Familie, besucht aber auch immer wieder.

00:15:36: und es gibt zwei Frauen in dieser Geschichte.

00:15:38: Um die wird's später noch gehen.

00:15:41: In dem Jahr haben sie einen amerikanischen Kennen, Helen Wilson.

00:15:44: Die beiden sind zwei Jahre zusammen.

00:15:46: Danach bleiben sie aber auch enge Freunde so eng, dass sie ihn auf Tour besucht und mit ihm auf Konzerte geht.

00:15:51: Und dann ist da Polina Buckley, seine Freundin die er drei Jahre vor diesem November kennenlernt und die in New York lebt.

00:15:57: Polina buckley hat später öffentlich geschrieben sie habe sich in dem Moment verliebt indem sie ihn zum ersten mal gesehen hat.

00:16:03: Nick Alexander dependelt also zwischen alldem hin und her zwischen London zwischen seiner Freundin in New york dem Tourbus und einem Flughafen nach dem anderen Und er kommt trotzdem immer wieder nach Colchester zurück, nach Hause.

00:16:14: Da ist er ein fester Bestandteil der örtlichen Musik-Szene.

00:16:17: Der Typ weiß welche Band im Kulturzentrum spielt und welcher Sechzehnjährige gerade seinen ersten Verstärker sucht und ihm dann dabei helfen kann.

00:16:25: Genau daran wird seine Schwester Jahre später anknüpfen.

00:16:27: Zoe sagt über ihn, er sei durch und durch er selbst gewesen und sei sein Leben lang seinen eigenen Weg

00:16:32: gegangen.".

00:16:33: Im Herbst ist er mit den Eagles auf Death Metal in Europa unterwegs, seiner zweiten Tour mit dieser Band.

00:16:39: Es ist eine gute Tour!

00:16:40: Die Hallen sind voll und das neue Album läuft – die Stimmung im Bus ist gut.

00:16:45: Die Spur dieses Abends fährt nach Brüssel, genauer in den Stadtteil Molenbeek.

00:16:49: Da lebt eine Gruppe junger Männer überwiegend belgische und französische Staatsbürger, deren Familien aus Marokko und Algerien stammen.

00:16:57: Mehrere von ihnen sind vorbestraft meistens wegen Kleinkriminalität und Drogen.

00:17:01: Zwei Brüder aus dieser Gruppe betreiben in Molenbekne Bar, in der Drogen verkauft und Propaganda-Videos des sogenannten islamischen Staates geschaut werden.

00:17:09: Der IS hatte zu diesem Zeitpunkt große Teile von Syrien und Irak unter Kontrolle gerade in Europa offen zu Anschlägen auf.

00:17:18: Die Schlüsselfigur hier heißt Abdelhamid Abaoud, ein Belgier in der Zwanzig ebenfalls aus Molenbeek.

00:17:23: Er ist nach Syrien gegangen und hat sich dort dem IS angeschlossen und ist zurückgekommen über die Fluchtdoten, auf denen in diesem Sommer hunderttausende Menschen aus dem Kriegsgebiet nach Europa kamen.

00:17:33: Im Gepäck hatte er einen Auftrag – einen Großanschlag in Frankreich!

00:17:37: Über Monate baute dafür in Belgien eine Gruppe auf.

00:17:40: Er rekrutiert, verteilt Aufgaben, er organisiert….

00:17:44: Zahrzeuge werden angemietet in Paris Wohnungen und ein Hotelzimmer gebucht, Sprengstoff Westen gebaut.

00:17:50: Auf Handys die später an den Tatorten sichergestellt werden finden die Ermittler Hinweise darauf dass die Angriffe aus Belgien gesteuert wurden.

00:17:56: Der Plan kommt also aus Syrien Die Ausführung aus Belgienne Und das Ziel ist Paris.

00:18:03: Frankreich fliegt seit dem Spätsommer, zusammen mit England Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und der IS ruft dann seine Anhänger in Europa offen dazu auf dafür Vergeltung zu üben.

00:18:14: Ausdrücklich auch an Zivilisten!

00:18:16: Ausgesucht wird für diesen Abend gezielt das was ein normaler Pariser Freitag ist also ein Fußball-Länderspiel, Restaurantterrassen und ein Rockkonzert Orte mit vielen Menschen auf engem Raum, an denen eine Einlasskontrolle allenfalls Taschen prüft und bei den Massen an Menschen kann da auch mal was untergehen.

00:18:32: Und auf einer Restaurantterrasse gibt es ja logischerweise kein Sicherheitskonzept.

00:18:36: Bei Profis heißt sowas übrigens ein weiches

00:18:38: Ziel.".

00:18:39: Am Abend des dreizehnten November sind zehn Männer im Einsatz, aufgeteilt in drei Gruppen.

00:18:44: Drei fahren zum Start de France, drei in die Restaurantsviertel im zehnten und elften arrondissement, drei zum Bataclan.

00:18:50: Der zehnte Mann fährt ihr Attentäter zum Stadion und setzt sie dort ab.

00:18:53: Die drei Männer, die zum Bataclan fahren sind Franzosen.

00:18:56: Alle zwischen Anfang und Ende zwanzig alle mit algerischen Wurzeln.

00:19:00: Zwei von ihnen waren in Syrien.

00:19:02: Sie parken einen schwarzen Mietwagen in der Nähe des Boulevard Voltaire und warten dort über eine Stunde.

00:19:07: Im Auto liegen drei Sturmgewehre unterschiedlicher Bauart.

00:19:10: Alle drei tragen Sprengstoffwesten und alle drei sterben auch in dieser Nacht.

00:19:14: Was genau im Bataclan passiert, ist sehr gut dokumentiert.

00:19:17: Wir wissen es aus den Aussagen von mehreren hundert Überlebenden aus dem Untersuchungsbericht einer Kommission der französischen Nationalversammlung und aus dem Prozess, der sechs Jahre später in Paris geführt wird.

00:19:28: Manches ist bis auf die Minute rekonstruiert bei einigen Uhrzeiten – da weichen die Quellen um paar Minuten voneinander ab!

00:19:35: Es gibt Tonaufnahmen, Handyvideos, Funkprotokolle und die Aussagen der beiden Polizisten, die als erstem Saal waren.

00:19:42: Und trotzdem gilt für alles was jetzt kommt es sind Erinnerungen von Menschen, die in dieser Nacht um ihr Leben gefüchtet haben.

00:19:48: Der Freitag beginnt für die Band wie jeder Turtag.

00:19:50: Anreise, Load-in, Soundcheck am Nachmittag, Interviews – Nick Alexander baut seinen Stand auf, der steht gleich hinter der Eingangstür damit ihn jeder sieht, der hereinkommt und damit an einer der exponiertesten Stellen des Hauses.

00:20:01: Dahinter öffnet sich der Saal eine ebene Fläche vor der Bühne, an deren hinteren Ende sich eine Bar befindet.

00:20:07: Darüber gibt's einen umlaufenden Rang mit den alten roten Klapsässern aus der Theaterzeit von dem aus man direkt auf die Bühnen herunterschauen kann!

00:20:14: Neben der Bühne liegen die Notausgänge, dahinter der Backstage-Bereich mit den Garderoben.

00:20:19: Im ersten Stock gibt's einen Gang mit mehreren Räumen.

00:20:23: Am Abend spielen zwei Vorbands – die französische Gruppe Red Lemons und das österreichische Duo White Miles.

00:20:28: Der Saal ist voll, also rund tausendfünfhundert Menschen.

00:20:32: Alles so leute.

00:20:32: zwischen zwanzigund fünfzig viele kommen nach der Arbeit.

00:20:35: es ist halt Freitagabend.

00:20:37: Gegen einundzwanzig Uhr kommt dann die Eagles of Death Metal auf die Bühnen.

00:20:40: Es spielen an diesem Abend Sänger Jesse Hughes Die Gitaristen Eden Galindo und Dave Catching, Bassist Matt McJunkins und Schlagzeuger Julian Doreo.

00:20:49: Josh Ommi, der Mitbegründer ist nicht dabei, spielt die Europatur nicht mit.

00:20:54: Am Mischpult steht er Tontechniker – der Band.

00:20:56: Helen Wilson, Nixalte Freundin aus Liverpool ist an diesem Abend zu Gast und steht vorne bei ihm am Stand.

00:21:04: Zur gleichen Zeit ein paar Kilometer weiter nördlich läuft im Stade de France das Länderspiel Frankreich gegen Deutschland.

00:21:11: Achtzigtausend Zuschauer, Präsident François Hollande auf der Ehrentribüne.

00:21:16: Ein Testspiel ohne sportliche Bedeutung!

00:21:18: In der siebzehnten Minute gegen einundzwanzig und zwanzig fällt der erste Knall.

00:21:24: Draußen vor dem Stadion hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

00:21:28: Ein Mensch stirbt dabei Manuel Dias, dreiundsechzig Jahre alt.

00:21:31: Ein portugiesischer Busfahrer, der französische Fans aus Rence zum Spiel gefahren hatte und vom Eingang stand.

00:21:37: Rund vierzehn weitere Menschen werden verletzt.

00:21:40: Drinnen merkt davon fast niemand was, Thomas Müller ist im Zweikampf mit Patrice Evra als es knallt.

00:21:46: Jerome Boateng sucht dem Publikum nach Rauch weil er zündelne Fans vermutet und findet keinen.

00:21:52: Ein Teil der Zuschauer ruft noch Ole, dass der Attentäter überhaupt draußen geblieben ist liegt an einem Ordner.

00:21:58: Salem Torabelli hat ihm die Weste bei der Leibesvisitation am Eingang ertastet und ihn direkt abgewiesen.

00:22:04: Der Mann ist zurückgewichen und zündete vor dem Tor.

00:22:06: Thor Belli überlebt!

00:22:08: Drei Minuten später sprengt sich ein zweiter Atemtäter an einem anderen Eingang des Stadions in die Luft... Kurz darauf wird Präsident Hollande still aus dem Stadion gebracht.

00:22:23: Ab von der Straße auf Menschen, die draußen auf den Terrassen sitzen.

00:22:28: In gut zehn Minuten sterben an diesen Orten neununddreißig Menschen.

00:22:32: Und während im Stadion die Halbzeitpause läuft, sprengt sich der dritte Attentäter in einer Nebenstraße von einem Schnellrestaurant in die Luft.

00:22:39: Gedötet wird außer ihm niemand aber nach Angaben der Rettungskräfte werden über fünfzig Menschen verletzt – sieben davon lebensgefährlich!

00:22:46: Die Trainer der beiden Mannschaften, die erfahren in der Halb-Zeit was los ist ….

00:22:50: Aber und das finde ich so heftig….

00:22:53: Sie sagen den Spielern Nichts.

00:22:56: Das Spiel läuft zu Ende, auch damit achtzigtausend Menschen nicht gleichzeitig zu den Ausgängen rennen in Panik!

00:23:02: Die Spieler erfahren es erst nach dem Abpfiff auf dem Weg in die Kabinen.

00:23:07: Das Stadion wird dann zeitweise abgeriegelt und wieder geöffnet.

00:23:10: Menschen strömen heraus, kehren um und schließlich flüchten Hunderte in den Innenraum und suchen auf dem Rasenschutz.

00:23:16: Dort sitzen sie, während im Stadion das Gerücht umgeht ist sein Bewaffnete in den Gängen unterwegs.

00:23:21: Erst nach und nach werden die Zuschauer geordnet hinausgeleitet was auch gut funktioniert.

00:23:26: Die beiden Mannschaften dagegen dürfen das Stadio nicht verlassen weil die Sicherheitslage so unklar ist.

00:23:30: Sie verbringen die Nacht im Stadeon Matratzen werden ihr die Kabinen geschleppt.

00:23:34: Bundes Trainer Joachim Löw hat später gesagt Da wurde es jedem klar dass wir wirklich In einer unglaublichen Notsituation sind.

00:23:40: Bassieren Schweinsteiger damals Kapitän der deutschen Nationalmannschaft erinnert sich an Tränen Wille den Raum beherrscht habe.

00:23:47: Thorwart Kevin Trapp beschreibt Angst, Panik und Tausend Gedanken im Kopf und sagt Ich hatte das Gefühl ich bin im Krieg.

00:23:53: Geschlafen hat natürlich kaum jemand.

00:23:55: Erst in den frühen Morgenstunden bringen Kleinbusse die Mannschaft zum Flughafen, vier Tage später soll dann in Hannover gegen die Niederlande gespielt werden als Zeichen der Normalität.

00:24:03: Rund neunzig Minuten vor dem Anpfiff wird diese Partie abgesagt und die Arena geräumt.

00:24:07: Die Polizei hat Hinweise auf einen geplanten Sprengstoffanschlag im Stadion bekommen.

00:24:12: Auf der Tribüne hätten Kanzlerin Merkel und mehrere Ministergesessen gefunden – wird an diesem Abend aber nichts!

00:24:19: Zurück zum Freitagabend in Paris.

00:24:21: Was da im Stadion passiert ist, das bekommt im Bataclan erstmal niemand mit.

00:24:25: Das Konzert läuft seit ungefähr fünfzig Minuten.

00:24:28: gegen wahrscheinlich einundzwanzigvierzig spielt die Band einen Song mit dem Titel KISS THE DEVIL.

00:24:32: In diesem Moment steigen die drei Männer aus ihrem Auto, erschießen vor dem Eingang drei Menschen und gehen durch die Vorderteuer in den Saal.

00:24:39: Sie schießen sofort um sich.

00:24:40: Die ersten Sekunden hält ein großer Teil des Publikums die Geräusche für Pyrotechnik oder für einen Defekt an der Anlage.

00:24:46: Ich glaube, wenn man noch nie Schüsse gehört hat im echten Leben dann schneidet man das auch nicht direkt weil die klingen nicht so wie man das aus Film kennt.

00:24:53: Gitterist Eden Galindo, der hat später vor Gericht beschrieben dass er auch zuerst dachte das Soundsystem sei kaputt.

00:24:58: Er sagt da habe die Leute in den ersten Reihen gesehen wie sie zur Bühne schauten und auch nicht verstanden haben was passiert.

00:25:03: Dann habe es aber nicht aufgehört mit diesen Geräuschen.

00:25:06: Ein Besucher filmt die ersten Sekunden mit dem Handy.

00:25:09: Auf dem Clip sieht man dann die drei Musiker, die gerade ein Instrumentalteil spielen.

00:25:13: Dann setzt das Knallen ein!

00:25:15: Die Band bricht ab und rennt – was in den Sekunden danach auf- und hinter der Bühne passiert, das wissen wir aus den Aussagen der Musiker im Prozess und den Interviews.

00:25:24: Schlagzeuger Julian D'Orio lässt sich von seinem Hocker fallen, der Bassist flüchtet nach hinten und versteckt sich mit einer Gruppe Fans.

00:25:29: Der Tontechniker duckt sich unter seinen Pult, einen Schuss geht knapp an ihm vorbei, der Schütze hält ihn für getroffen.

00:25:35: Jesse Hughes läuft von der Bühne, um seine Freundin zu suchen.

00:25:38: Nach seiner eigenen Schilderung reißt er eine Tür zu einem Flur auf und steht einem der Angreifer gegenüber.

00:25:44: Der holt die Waffe hoch – der Lauf stößt gegen den Türrahmen Und Hughes hat die eine Sekunde, die er braucht.

00:25:49: Er kann entkommen.

00:25:50: Später sagte über diesen Moment, er habe darauf gewartet dass die Kugeln ihn treffen.

00:25:56: Am Merch stand, direkt hinter der Eingangstür.

00:25:58: Da gibt es diese Extrasekunde zum Reagieren und Flüchten nicht.

00:26:01: Nick Alexander und seine Freundin Helen Wilson gehen beim ersten Schuss zu Boden.

00:26:06: Helen Wilson hat ihre Erinnerungen an die nächsten Minuten später schriftlich zu Protokoll gegeben.

00:26:10: Sie beschreibt, ein großer Mann kommt auf sie zu und fängt an zu schießen.

00:26:14: Sie versucht, Nick zu schützen.

00:26:15: Sie spürt einen Brennen in beiden Oberschenkeln und sieht Blut.

00:26:18: Sie fragt Nick, ob er getroffen sei?

00:26:20: Und Nick sagte ihr, er sei in den Bauch getroffen worden.

00:26:23: Die beiden stellen sich tot.

00:26:24: Sie halten die ganze Zeit Händchen.

00:26:26: Sie sagt ihm, er solle ihre Hand drücken wenn das Atmen schwerfällt.

00:26:29: Sie dreht sich zu ihm, beatmet ihn sogar.

00:26:31: Sie zeigt ihm, dass er ihn liebt.

00:26:34: Nick Alexander aber stirbt in ihren

00:26:37: Armen.

00:26:38: Was zeitgleich im Saal passiert, dauert insgesamt kaum zwanzig Minuten.

00:26:42: Die drei Angreifer schießen in die dicht gedrängte Menge vor der Bühne und hoch auf die Ränge.

00:26:46: Für ein paar Minuten fällt das Licht aus.

00:26:48: Im Saal blitzen nur noch die Mündungsfeuer.

00:26:50: Ein Radioreporter, der als Besucher da ist, beschreibt die Täter später als ruhig und methodisch.

00:26:55: Sie hätten drei oder vier Mal nachgeladen – immer wenn sie nachladen, rennen die Leute los!

00:27:00: Einer der drei stellt sich an einen Notausgang und schießt auf die, die es dorthin schaffen.

00:27:04: Menschen verstecken sich hinter der Bar in Toiletten im Hohlraum über eine abgehängten Decke in den Garderoben.

00:27:10: Wenn nicht mehr laufen kann bleibt liegen und stellt sich tot.

00:27:13: Nach den Aussagen von Überlebenden gehen die Angreifer durch die Reihen der am Boden liegenden und prüfen ob sich noch jemand bewegt.

00:27:21: Ein Teil der Zuschauer schafft es in die Backstage-Räume und verbarrikadiert sich da.

00:27:25: Sänger Jesse Hughes beschreibt kurz danach, was passiert das in diesem Backstagebereich?

00:27:30: Die Angreifer kommen rein, töten alle bis auf einen Jugendlichen, der unter einer Lederjacke liegt und übersehen wird.

00:27:36: Es ist Jesse Hughes Lederjakke.

00:27:38: Er selbst zu dem Zeitpunkt schon draußen und erfährt erst später, was da passiert ist.

00:27:42: In Interviews hat er diese Geschichte aber immer wieder erzählt.

00:27:44: Er findet seine Freundinnen, die beide nehmen ein Taxi zur nächsten Polizeivache an Josh Omi in Kalifornien.

00:27:52: Alle sind angeschossen, sie haben geiseln.

00:27:54: ich bin voller Blut.

00:27:55: steht da drin das Nick Alexander Todes erfährt Hughes erst Stunden später

00:28:00: Gegen einundzwanzig Uhr, einundfünfzig.

00:28:02: Also gut zehn Minuten nach den ersten Schüssen treffen die ersten Streifenkräfte ein.

00:28:05: Drei Minuten später kommt der diensthabende Kommissar der nächtlichen Einsatzbrigade dazu sein Fahrer also zwei Männer mit Dienstpistolen und leichten Schutzwesten.

00:28:14: Sie sehen Menschen aus der Halle rennen und hören die Schüsse drinnen Und sie entscheiden sich durch die Vordertür rein zu gehen.

00:28:20: Zu diesem Zeitpunkt ist aber keine Spezialeinheit vor Ort und die beiden haben nichts dabei eben außer ihren Pistolen.

00:28:26: Vom Eingang aus sehen Sie eine Angreifer auf der Bühne, die eine Geisel vor sich hält.

00:28:30: Um einundzwanzig Uhr fünfzig schießen sie sechsmal auf ihn.

00:28:34: Er geht zu Boden und die Geisel kommt frei und rennt weg.

00:28:37: Erst danach zündet der angreifer seine Sprengstoffweste.

00:28:40: Weitere Opfer der Explosionen sind nicht dokumentiert.

00:28:43: Der Kommissar beschreibt später vor allem eine Wolke aus Papierschnipseln, die durch den Saalflohg mit diesem Tod Endet das Massaker im Saal.

00:28:50: Die beiden anderen Angreifer leben aber noch und eröffnen von den Rängen aus das Feuer auf die beiden Polizisten, die sich hinter Säulen retten und wieder rausgehen um zu sehen ob Verstärkung da ist.

00:28:58: Gegen zweiundzwanzig Uhr zwanzig also eine halbe Stunde nach den ersten Schüssen trifft die BRI ein, die Spezialeinheit der Pariser Polizei.

00:29:07: Die sammeln die Handys der Geiseln ein und versuchen damit ins Internet zu kommen.

00:29:18: Sie haben aber keine Empfang, einzelne Geisel werden gezwungen aus dem Fenster zu gucken und zu beschreiben was draußen passiert.

00:29:24: Gegen halb zwölf rückt dann eine Spezialeinheit ins Gebäude vor, evakuiert unten die Überlebenden und arbeitet sich nach oben vor.

00:29:31: Über eine Handynummer, die die Angreifer den Beamten zurufen kommt es dann ab dreiundzwanzig oder siebenzwanzigt zu fünf Telefonaten mit einem Verhandlungsführer.

00:29:40: Ein unterschriebenes Papier, das Frankreich sich aus muslimischen Ländern zurückzieht.

00:29:44: Andernfalls würden sie Geiseln töten.

00:29:53: Drei Minuten.

00:29:54: Die Beamten schieben sich mit ballistischen Schutzschilden durch die Tür, das sind diese riesigen Schwarzen, die gegen Schüsse und geworfene Handgranaten schützen sollen.

00:30:02: Während sie sich langsam vorschieben ziehen Sie die Geiseln einzeln hinter die Schilde.

00:30:06: Einer der beiden Angreifer zündet seine Weste.

00:30:08: Der zweite wird von den Polizisten erschossen bevor er dasselbe tun kann.

00:30:11: Zwischen dem Ende des Schießereinsaal und diesem Zugriff liegen also mehr als zwei Stunden in denen dort unten Schwerverletzte liegen.

00:30:18: Kurz vor eins ist es dann Komplett vorbei.

00:30:21: Sämtliche restlichen Geiseln kommen unverletzt heraus, im Saal liegen dann neunzig Tote unter ihnen auch der Musikjournalist Gioemte Scherf, der über die Show schreiben wollte und eben Thomas Ayat, Marie-Mossé und Mano Pérezdi drei von der Plattenfirma.

00:30:35: Hunderte sind verletzt viele davon lebensgefährlich.

00:30:38: Über die ganze Anschlagserie gerechnet sterben in dieser Nacht hundertdreißig Menschen.

00:30:43: fast fünfhundert werden körperlich verletzst an die Hundert davon so schwer dass sie in

00:30:47: Lebensgefahr schweben.

00:30:49: Die Bergung dauert danach noch zehn Stunden.

00:30:51: Sprengstoffhunde müssen in den Saal absuchen, weil unklar ist ob noch scharfe Sprengsätze irgendwo rumliegen.

00:30:57: Die Identifizierung der Opfer zieht sich, weil viele Besucher ihre Ausweise an der Garderobe abgegeben hatten.

00:31:02: Zoe Alexander nix Schwester sitzt in dieser Nacht in England vor dem Fernseher.

00:31:06: Sie kennt das Bataclan sie weiß wo da der Merch dann steht und sie weiß dass ihr Bruder auch da gearbeitet hat.

00:31:12: Anrufen bringt aber leider nichts, weil die Mobilfunknetze in Paris sind zusammengebrochen.

00:31:17: Gegen zwei Uhr morgens sickern dann die ersten Informationen durch und so erfährt die Familie erst davon.

00:31:22: Frankreich ruft noch in der Nacht den Ausnahmezustand aus zum ersten Mal seit zehn Jahren – das bedeutet, die Polizei darf ohne richterlichen Beschluss durchsuchen und Menschen ohne Verfahren unter Hausarrest stellen!

00:31:33: Innerhalb von zwei Tagen durchsuchen Sondereinheiten über zweihundert Objekte im ganzen Land.

00:31:37: Die drei Männer aus dem Bataklon sind schnell identifiziert, zwei von ihnen wachen den Behörden vorher als Gefährder bekannt.

00:31:43: In der Nähe des Bataklons wird ein schwarzer VW Polo mit belgischem Kennzeichen sichergestellt – Ein Mietwagen und die Spur führt nach Brüssel.

00:31:52: Am siebzehnten November beobachten Ermittler dann eine Kusine von dem verdächtigen Abdelhamid Abuud, wie sie ein Wohnhaus in Sondernie betretzt.

00:32:01: Dem Vorort nördlich von Paris, in dem auch das Stadion steht.

00:32:04: Ob Abuud selber da ist – das wissen Sie vor dem Zugriff nicht sicher!

00:32:07: Aber am Morgen des achtzehnten November stürmt dann eine Spezialeinheit diese Wohnung.

00:32:12: Es folgt einen Feuergefecht, es geht mehrere Stunden.

00:32:15: Drei Menschen sterben dabei.

00:32:16: Abut, unser Hauptverdächtiger ein zweiter Mann aus dem Kommando der die Restaurants angegriffen hatte und dessen Cousine.

00:32:22: Mehrere Personen werden festgenommen viele davon später aber wieder entlastet

00:32:26: Aber einer fehlt Salat ab des Lamm damals sechsundzwanzig.

00:32:30: das ist der mann der die drei Attentäter zum Stadion Gefahren hat.

00:32:34: Er sollte sich in derselben Nacht in einem anderen Pariser Bezirk selbst in die Luft sprengen, aber er tut es nicht!

00:32:40: Er entsorgt seine Sprengstoffweste in einem Mülleimer vor Ort – dort wird sie zehn Tage später gefunden.

00:32:45: und dann lässt er sich in der Nacht von Freunden zurück nach Brüssel fahren.

00:32:49: Vier Monate lang ist er der meistgesuchte Mann Europas am achtzehnten März.

00:32:53: Im Jahr zwei tausendsechzehn wurde bei einer Razzia in Molenbeek festgenommen wenige hundert Meter von seinem Elternhaus entfernt.

00:32:59: Am siebenundzwanzigsten April liefert Belgien ihn nach Frankreich aus, noch am selben Tag wird er wegen Mordes Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Geiselnahme in Untersuchungshaft genommen.

00:33:09: Die Ermittlungen reichen dabei bis nach Deutschland, denn im September zwei Tausendsechzehn nimmt die GSG neun in Schleswig-Holstein drei Syrer fest – Sie sollen über dieselben Schleuse Strukturen nach Europa gekommen sein wie die Attentäter von Paris teilweise mitpessen aus derselben Felcherwerkstart.

00:33:24: Einen Anschlagsauftrag konnten die Behörden ihn aber nicht nachweisen!

00:33:28: Am achtem September zwanzig einundzwanzig beginnt in Paris dann der größte Strafprozess der französischen Geschichte.

00:33:34: Für ihn wird dem Justizpalast sein eigener Saal gebaut, angeklagt sind zwanzich Männer.

00:33:40: Vierzehn davon sitzen im Gerichtsaal sechs werden in Abwesenheit verhandelt fünf von ihnen sollen in Syrien oder im Irak gestorben seien.

00:33:47: Rund ein-tausend achthundert Menschen treten als Nebenkläger auf.

00:33:51: Nebenklläger sind Opfer und Angehörige, die sich dem Verfahren anschließen – das bedeutet sie haben eigene Anwälte, dürfen Fragen stellen und Aussagen!

00:33:59: Der Prozess wird für das Französische Justizarchiv vollständig gefilmt.

00:34:03: Frei verwendet werden dürfen diese Aufnahmen erst nach fünfzig Jahren.

00:34:06: Vorher braucht jede Veröffentlichung eine Genehmigung.

00:34:09: Am siebzehnten Mai zwanzig zweiundzwanzig sagen Jesse Hughes und Eden Galindo von den Eagles of Death Metal aus.

00:34:16: Sänger Hughes erzählt im Gericht, dass er die Schüsse sofort erkannt habe und wusste was kommt.

00:34:20: Gitterist Galindo, der die Band nach dem Anschlag verlassen hat, sagt, er sei seit dieser Nacht nicht mehr derselbe – beide sind selbst Nebenkläger.

00:34:28: Hughes sagt vor Journalisten, er habe den Angeklagten vergeben, er sei Christ.

00:34:32: Das klang nicht immer so.

00:34:34: Zwischenzeitlich hat er auch echt kurdes Zeug von sich gegeben, unter anderem hat er in den Folgen von Fox News erzählt, dass er glaube das Sicherheitspersonal im Bataclan steckte mit den Atemtätern unter einer Decke.

00:34:44: Daraufhin gab es sehr viel Ärger von verschiedenen Stellen und er hat sich entschuldigt und gesagt, dass zu der Zeit dieser Aussage noch unter dem Schock des Angriffs litt unpsychische Probleme hatte... ...Zwanzig-zwein-zwanzig beendet er seine Aussage jedenfalls mit einem Zitat von Ose Osborn – man kann Rock'n'Roll nicht töten!

00:35:01: Draußen vor dem Gerichtssaal sagt er dann noch den Satz zu Reportern, der am nächsten Tag in fast jeder Zeitung steht.

00:35:06: Das Böse hat nicht

00:35:07: gewonnen.".

00:35:08: Auch Zoe Alexander reist zum Prozess – sie sagte einem britischen Fernsehsender ihre Familie wolle Gerechtigkeit aber keinen Hass!

00:35:15: Für uns war es enorm wichtig, keinen Hass auf die Angeklagten festzuhalten.

00:35:20: Die Brutalität dieser Nacht sei aus Intoleranz und Hass entstanden.

00:35:23: Mit Hass zu reagieren hieße genau dort zu bleiben.

00:35:27: Zoe Alexander sitzt an mehreren Prozesttagen im Saal.

00:35:30: Sie hat später beschrieben, dass ihr die Anwesenheit wichtiger war als das

00:35:33: Strafmaß.".

00:35:35: Das finde ich richtig.

00:35:36: stabil von Zoe und der Familie, was sie da so reagiert haben!

00:35:40: Am neunzwanzigsten Juni-Zwanzig-ZweiundzwanzIG nach mehr als neun Monaten fällt dann das Urteil.

00:35:45: für jeden Angeklagten wird einzeln entschieden.

00:35:48: alle zwanzig Männer werden verurteilt.

00:35:50: ob sie jetzt noch leben oder nicht ist dabei egal.

00:35:52: einer von ihnen wird von den Terrorvorwürfen freigesprochen sogar bekommt seine Haftstrafe nur wegen nicht terroristischer Delikte.

00:36:00: Salah Abdeslam bekommt die sogenannte Perpetuity inkompressible, das ist die härteste Strafe, die das französische Recht überhaupt kennt, lebenslange Haft bei der eine Entlassung frühestens nach dreißig Jahren überhaupt geprüft werden kann und selbst dann nur unter extrem strengen Voraussetzungen.

00:36:16: Diese Strafe ist seit der Einführung Vierneinzig nur genau viermal verhängt worden, zwanzig zweiundzwanzig dann zum fünften Mal.

00:36:22: Die Verurteilten haben zehn Tage lang Zeit für eine Berufung.

00:36:26: Die legt aber keiner ein die Staatsanwaltschaft auch nicht.

00:36:29: das Urteil ist damit rechtskräftig.

00:36:31: Ein zweiter Prozess findet nicht statt.

00:36:33: Die Eagles of Death Metal setzen die Tour in den Tagen danach aus und kehren in die USA zurück.

00:36:38: am siebten Dezember Zwei Tausend Fünfzehn also keine vier Wochen später stehen Sie wieder in Paris auf einer Bühne Als Gäste von U-Two in einer großen Arena im Osten der Stadt, auf dem Album Zipper Down haben sie Save a Prayer gekovert.

00:36:50: Im Original von Duranduran und diesen Song schieben Fans nach dem Anschlag in eine Kaufaktion an die Spitze der britischen Rock Download Charts!

00:36:58: Duranduran kündigen an ihre Autorenhonorare daraus zu spenden.

00:37:02: Am sechzehnten Februar, zwei Tausend Sechzehn spielen die Eagles of Death Metal das abgebrochene Konzert vom Bataclan zur Ende im Olympia – in Paris.

00:37:09: überlebende und hinterbliebene bekommen Freikarten.

00:37:12: Ein Jahr nach dem Anschlag öffnet das Bataclan wieder, am zwölften November.

00:37:17: Mit einem Konzert von Sting.

00:37:19: Ob Jesse Hughes an diesem Abend da reingekommen ist?

00:37:21: Das ist bis heute strittig!

00:37:23: Der Betreiber sagt nämlich er sei abgewiesen worden.

00:37:26: Hughes Manager sagt der habe es gar nicht erst versucht.

00:37:28: Hintergrund ist die Behauptung mit dem Sicherheitspersonal, von der ich euch vorhin schon erzählt hab.

00:37:32: Er hat ja gesagt dass muslimische Sicherheitskräfte der Halle an den Anschlag beteiligt waren.

00:37:36: Für diese Behauptung gibt's ja keinerlei Beleg.

00:37:39: Hughes hat sich später auch dafür entschuldigt, aber der Betreiber sagt den Nachrichtenagentur AFP an diesem Abend, es gibt Dinge die kann man nicht

00:37:46: verzeihen.".

00:37:47: Am Tag drauf spielt Jesse Hughes bei einem Gedenkkonzert in London das Zoe Alexander für ihren Bruder Nick organisiert hat unter dem Namen A Peaceful Noise.

00:37:56: Dabei sind unter anderem Frank Turner, Maximo Park und Gas Cooms von Supergrass.

00:38:01: Aus diesem Konzert ist dann eine Institution geworden.

00:38:04: Soli Alexander hat den Nick Alexander Memorial Trust gegründet, eine Stiftung die Musikinstrumente und Equipment an Jugendliche und Einrichtungen gibt, die sich das nicht leisten können.

00:38:14: Frank Turner ist der Schirmherr.

00:38:15: Der Peaceful Noise findet seitdem regelmäßig statt zuletzt an einem einzigen Tag in zehn Läden in Colchester mit über sechzig Musikern.

00:38:22: Die Branche selbst hat Nick im Januar-Zweißensechzehn Posttum zum Merchandiser des Jahres gewählt bei einem Branchenpreis für Tourmitarbeiter in Kalifornien.

00:38:31: Soli Alexander hat den Preis für die Familie da entgegengenommen.

00:38:34: In Paris wurde am thirteenth November zwanzig fünfundzwanzig hinter dem Rathaus ein Gedenkgarten für die Opfer eingeweiht.

00:38:41: Jesse Hughes ist fast zu jedem Jahrestag nach Paris zurückgekehrt, er hat öffentlich beschrieben dass er nach dieser Nacht den Glauben an fast alles verloren habe sein Selbstvertrauen und zeitweise sogar den Verstand.

00:38:53: Aufgebaut hätten ihn die Hilfe von U-Two, den Fans und vor allem den Franzosen selbst.

00:38:58: Zum zehnten Jahrestag hat er gesagt, die größte Ehre seines Lebens sei in Paris mit den anderen Überlebenden des Bataclons zu stehen.

00:39:04: Sophie Alexander hat der BBC fünf Jahre nach dem Anschlag einen Satz gesagt, der unsere Folge heute abschließen soll.

00:39:10: Sie sagte das Leben meines Bruders ist nicht durch diese Nacht

00:39:13: definiert.".

00:39:15: Das war True Crime Tracklist.

00:39:18: Verbrechen in der Rockmusik.

00:39:21: In der nächsten Folge sprechen wir über Slayer.

00:39:24: Denn in ihrem Song Two One Three geht es um den Serienmörder Jeffrey Dahmer, da er eine Zeit lang an einem Wohnblock in der Zimmer Nummer zwei eins drei gewohnt hat.

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