„Exit" – Wie ein U2-Song zum Soundtrack eines Mordes wurde

Shownotes

Ein Song, der fast drei Jahrzehnte aus U2s Live-Set verschwindet. Eine Zeile, die im Gerichtssaal plötzlich eine unheimliche Rolle spielt. U2s „Exit“ wird 1991 in einem Mordprozess als Beweisstück abgespielt, während der Angeklagte Robert John Bardo auf seinem Platz im Takt mitwippt. In dieser Folge von True Crime Tracklist erzählen Nina Loges und André Dostal die Geschichte von Schauspielerin Rebecca Schaeffer, der Obsession ihres Stalkers, dem Song vom U2-Album "The Joshua Tree" – und der Frage, ob Kunst Verantwortung trägt, wenn jemand sie falsch versteht.

Jeden zweiten Donnerstag neu: „True Crime Tracklist – Verbrechen in der Rockmusik“ – der Podcast zwischen Mord, Musik und menschlichen Abgründen. In der myBOB-App, auf radiobob.de und überall, wo es Podcasts gibt. Ihr habt Fragen, Feedback oder wollt einen Themenvorschlag abgeben? Dann geht das HIER.

Transkript anzeigen

00:00:01: Ein Gerichtsaal in Los Angeles im Oktober, und ein Song von YouTube wird abgespielt als Beweistück.

00:00:09: Ist dieser Song schuld?

00:00:10: Das ist einen Mord gehabt!

00:00:12: Der Angeklagte, der bis dahin regungslos da saß fängt an mit dem Fuß zu wippen und den Takt mitzuklopfen.

00:00:18: dabei formt er still die Worte des Songs mit den Lippen The Pistol Way It Heavy.

00:00:48: Willkommen beim Radio-Bob Podcast True Crime Tracklist.

00:00:51: Verbrechen in der Rockmusik, wir kommen alle zwei Wochen mit einem neuen Fall um die Ecke der Rock Musik und echte Kriminalgeschichte verbindet.

00:00:59: Wenn ihr unsere Folge heute mögt dann freuen wir uns sehr über eine Bewertung in eurer Podcast App.

00:01:04: das hilft uns nämlich teilt die Folge auch gerne an euren Kanälen.

00:01:07: und wer uns noch nicht abonniert hat jetzt wäre ein guter Zeitpunkt!

00:01:11: Wir von den ich hier spreche sind übrigens Andre Dostal der Mann denen er jetzt hört.

00:01:15: warte ich mache

00:01:16: extra für dich.

00:01:16: Ja vielen Dank Ja, hallo.

00:01:19: Und das gerade war meine reizende bezaubernde Kollegin Nina Loges!

00:01:24: Wir erzählen euch heute eine Geschichte... Da geht es um ein... Das ist so'n bisschen wie bei der Charles Manson-Geschichte.

00:01:30: da haben wir ja auch schon Podcast drüber gemacht oder in der Podcastfolge drübergemacht.

00:01:34: Charles Mansson hat ja damals gedacht dass das Song hält das Geld davon den Beatles.

00:01:38: ihm sagt er soll Menschen umbringen

00:01:40: und das war jetzt

00:01:41: abzukürzen.

00:01:41: So die ganze Folge könnt ihr euch nochmal anhören.

00:01:44: Jetzt haben wir wieder so'nen Fall wo jemand einen Song hört Wo sich die Band nicht zweigedacht hat, aber der Mensch denkt halt ich muss jetzt irgendwie handeln.

00:01:54: Er redet mit mir dieser Song und die

00:01:55: meinen mich genau.

00:01:56: Genau das passiert uns hier beim radio tatsächlich auch manchmal Und wir haben gerade schon darüber Uns ausgetauscht ob wir dass auch mal erzählen sollen denn es gibt tatsächlich solche Sachen.

00:02:07: Ich kann mich erinnern vor ein paar Jahren Hat uns jemand immer gefaxt dass er verstanden hat, dass wir verschlüsselte Botschaften mit Geheimdiensten mithilfe unserer Wetter vorhersagen und das Volk bringen.

00:02:21: So ich kann mich nicht mehr an konkret.

00:02:23: er hat es auch erklärt und dann war das halt irgendwie so, dass sie irgendwie erzählt haben, dass das Wetter schlechter wird und das war für ihn die entschlüsselde Botschaft, dass die Stimmung im Land schlechter ist und wir die Politik beeinflussen sollen und so wirklich solche Sachen.

00:02:38: Und wir haben jetzt gerade aktuell jemandem der uns ja mitteilt welche Songs er persönlich nicht mag.

00:02:46: Und wenn wir sie dann aber spielen im Programm, beschwät er sich, warum wir denn nicht begreifen würden, dass wir diese Songs nicht spielen sollen?

00:02:51: Also er denkt... Wir machen das nur für

00:02:53: ihn!

00:02:54: Ja genau, entweder das.

00:02:55: Er denkt, wir machen es für ihn oder er denkt, er kann halt hier auch ein bisschen mitbestimmen weil er

00:02:59: hört ja.

00:03:00: Ja, er ist aber nicht so freundlich dabei.

00:03:01: also wenn er mitbestimmt möchte, wäre ich ein bisschen freundlicher.

00:03:03: Also solche Dinge passieren uns halt auch.

00:03:05: Ich glaube, das nennt man auch parasoziale Beziehung vor allem bei so Moderatoren.

00:03:09: Weil er hört uns jeden Tag und denkt vielleicht ja da sind ja meine Freunde ich hör die ja jeden Tag aber er weiß vielleicht nicht dass wir ihn halt nicht hören und nicht kennen.

00:03:17: und dann schreibt er uns an mit Anweisungen

00:03:19: Wir sind natürlich eure Freunde Aber

00:03:22: nur wenn die nett

00:03:23: sein.

00:03:23: Erst mal das.

00:03:24: und zweitens, gerade bei der Musik ist ja immer so ein großes Streit-Thema natürlich bei jedem Radiosender.

00:03:29: aber wir haben es auch mit Praktikanten, habe ich mal einen Vortrag gehalten, hast du mal fünf Freunde?

00:03:34: Jeder für den Freund schreibt fünf Lieblingssongs auf dem Zettel und dann werfen wir alles zusammen und dann gucken wir mal wie lange wir Programm machen können bis einer unzufrieden ist.

00:03:41: Also wie lange kannst du Song spielen, die jeder auf dem Zettel hat?

00:03:44: Wahrscheinlich nicht ein einzigen weil irgendeiner ist ja immer außen vor und wir müssen halt versuchen für alle diese Musik zu spielen!

00:03:50: Und wenn dann einer kommt und sagt hier von der Band.

00:03:52: das ist doch scheiße, dass dürfte ich nicht spielen, das ist kacke... Dann ist das seine persönliche Meinung.

00:03:58: denn na so aber er denkt halt wirklich...

00:04:00: Ich verrat euch noch ein geeinendes Auch wir mögen nicht jeden Song.

00:04:05: Natürlich

00:04:05: nicht, natürlich nicht!

00:04:07: Aber man muss halt gucken wie breit fächert man das auf um möglichst viele Leute zu erreichen?

00:04:12: und wenn einer jetzt sagt dann ist es natürlich blöd für jeden persönlich so dass sich ja auch ein aber dann zu sagen ich habe euch doch letzte Woche gerade geschrieben ihr sollt das nicht mehr spielen und denn war wirklich also Zitat Ihr begreift es nicht oder?

00:04:27: Und da finde ist so ein bisschen gefährlich.

00:04:32: Wir hatten auch hier schon mal vorm Funkhaus jemanden stehen, auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit dem Fernglas den Eingang beobachtet und hat bei jedem da rein- und rausging Notizen auf einen Zettel geschrieben.

00:04:46: Da haben wir die Polizei gerufen, die Polizei hat ihn kontrolliert, er hat gesagt wieso ich stehe hier?

00:04:50: Darf ich nicht?

00:04:51: Doch!

00:04:51: Er darf natürlich dastehen.

00:04:52: Natürlich

00:04:53: darf er über den Fernglass seinen Einggang beobachten und natürlich darf er auf einem Zettl aufschreiben.

00:04:57: Blondermann geht rein, dunkelhaarige Frau kommt raus.

00:05:00: Aber das ist für uns natürlich ... hat das einen Ballgeschmack.

00:05:07: Ich hab ja früher mal bei einem anderen Sender, wo ich gearbeitet habe, in so nem Glasstudio gearbeitet.

00:05:11: Das war mitten in der Stadt, da konnte man den ganzen Tag dran vorbeilaufen.

00:05:16: Ich fand es auch cool, weil man interagieren konnte mit den Leuten.

00:05:19: Wenn du eine Spätschicht hattest und alleine da warst, stand ein oder andere großelige Mensch vor der Tür, der gewartet hat bis zu Feierabend gemacht hat.

00:05:27: Da kannst du nicht die ... Polizei rufen, aber du denkst dir schon so ist schon gruselig.

00:05:32: So die Person wartet auf mich.

00:05:34: naja und so ungefähr es ist ja halt auch bei dem.

00:05:36: und wenn dann noch Notizen gemacht werden

00:05:38: was war denn dann?

00:05:39: also du bist ja doch hast ein Feierabend gemacht.

00:05:41: Was ist passiert?

00:05:42: Ich hab richtig oft meinen Freund gerufen, ob er mich vorhin kann.

00:05:46: Und wir hatten zum Glück auch eine Tiefgarage, da konnte man runtergehen ohne rausgehen zu müssen.

00:05:51: Also

00:05:51: nur so ein ganz kleines Stück zur Tür und dann konnte man schnell mit dem Auto raus düsen wenn man sein Auto dabei hatte.

00:05:55: aber ich war halt oft mit einem Fahrrad.

00:05:57: das war dann bisschen blöd.

00:05:58: also sind schon wilde Geschichten passiert.

00:05:59: Aber ich will hier niemandem Angst machen vor dem Beruf des Radiomoderators der Radio Moderator.

00:06:03: deswegen erzähle ich sie nicht alle.

00:06:05: Das können wahrscheinlich Kassiererinnen und Kassiere auch erzählen oder Bankmitarbeiterinnen Aber bei uns ist es halt so.

00:06:14: Und ja, heute geht's um die Geschichte hinter einem der dunkelsten Songs, die You Too je aufgenommen haben.

00:06:20: Exit!

00:06:21: Das Ding ist aus dem Album, das die Band zur größten Rockband der Welt gemacht hat.

00:06:27: Ein Song, den Bono bewusst aus der Perspektive eines psychotischen Killers geschrieben hat.

00:06:31: Einen Song, der vier Jahre nach seiner Veröffentlichung in einem Mordprozess als Beweistück auftaucht.

00:06:37: und ein Song, die Newtuder nach fast achtundzwanzig Jahren gar nicht mehr live

00:06:40: spielen.

00:06:41: Es geht heute auch um Rebecca Scheffer eine junge Schauspielerin aus Portland, Oregon, die in den späten Achtzigern eines der bekanntesten Gesichter im amerikanischen Fernsehen war.

00:06:51: Und es geht um einen Mann namens Robert John Bardow, der seit seinem sechzehnten Lebensjahr Briefer an sie geschrieben

00:06:57: hat!

00:06:58: Dieser Fall hat das amerikanische Recht auch verändert.

00:07:01: Er hat zu den ersten Anti-Stalking Gesetzen der USA geführt, er hat eine Gesetzeslücke geschlossen durch die Privatdetektive jahrelang die Adressen vom Prominenten bei der Kfz-Zulassungsbehörde abfragen konnten.

00:07:12: für Tata fünf Dollar!

00:07:15: Das ist doch manchmal in so Krimiserien, wo wir uns auch mal fragen völlig unrealistisch.

00:07:18: Weißt du?

00:07:19: Hier erfüllt man raus hier, wo der wohnt und dann kann man das einfach mal nachgucken.

00:07:23: Habe ich immer gedacht, es ist doch blöd, kann man noch gar nicht!

00:07:25: Doch konnte man offensichtlich in den USA machen bis zu einem gewissen Zeitpunkt.

00:07:30: So und das Ganze hat eine Frage aufgeworfen die bis heute nicht einfach zu beantworten ist.

00:07:35: eben trägt einen Künstler mit Verantwortung dafür wenn jemand sein Song als Rechtfertigung für Bono hat dazu eine klare Meinung und die hört ihr heute.

00:07:46: Unser heutiges Opfer Rebecca Lucille Schäffer wird am sechsten November nineteenhundertsechzig in Eugene, auch im Oregon geboren.

00:07:53: Sie ist ein Einzelkind, ihr Vater, Benson Schäfer ist Kinderpsychologe.

00:07:56: ihre Mutter Dana ist Schriftstellerin und Dozentin.

00:07:59: die Familie zieht bald nach Portland wo Rebecca dann aufwächst und die Linken High School besucht.

00:08:04: Freunde und Lehrer beschreiben sie als außergewöhnlich aufgeschlossen neugierig bisschen übersprudelnd.

00:08:10: sie sei jemand der im Unterricht immer die Hand zuerst oben hat aber ohne jemals arrogant zu wirken.

00:08:15: Ihre Eltern sind beide Intellektuelle und Rebecca wächst in einem Haushalt auf, in den Bücher und Debatten zum Alltag gehören.

00:08:21: Mit ihrer Familie ist sie sehr dicke.

00:08:23: über ihre Eltern sagt sie einmal egal wo wir auf der Welt sind Wir sind wie ein dreibeiniger Hocker.

00:08:29: Mit sechzehn entscheidet Rebecca, dass sie Schauspielerin werden will.

00:08:32: Ihre Eltern sind jetzt nicht so begeistert aber sie unterstützen Sie!

00:08:35: Mit ihrer Erlaubnis zieht sie in hier mit gerade mal sechszehn Jahren nach New York City.

00:08:40: Sie schreibt sich an der Professional Children's School ein einer Schule in Manhattan die speziell für junge Menschen konzipiert ist, die neben ihre Ausbildung im Showbusiness arbeiten wollen.

00:08:49: Für ihren Lebensunterhalt modelt sie – ihr bekommt kleinere Rollen in Soap-Operas zunächst in Guiding Light in Deutschland als Springfield Story bekannt Dann sechs Monate lang eine Nebenrolle in One Life To Live, hierzulande unter dem Titel Liebe Lüge Leidenschaft gelaufen.

00:09:04: Kenne ich übrigens überhaupt nicht.

00:09:06: Springfield Story war glaube ich so da als Denver-Zeit damals irgendwie... Da kann ich mich daran erinnern.

00:09:10: aber liebe lüge leidenschaft das könnt ihr jetzt bei RTL II laufen und sowas.

00:09:14: Ja.

00:09:14: Nr.

00:09:14: und hundertfünfundachtzig versucht sie ihr Glück in Japan.

00:09:18: der Mode Mark.

00:09:18: dort war für viele amerikanische Models ein Sprungbrett.

00:09:21: Aber nach einem halben Jahr kehrt sie zurück Sie will Schauspielerin sein?

00:09:25: Kein Model!

00:09:26: So Dann, in den letzten Jahren bekommt sie ihre erste echte Chance.

00:09:30: Eine kleine Rolle in Woody Allens Radio-Days.

00:09:33: Ein kurzer Moment auf der Leinwand aber New York nimmt sie zum ersten Mal richtig wahr.

00:09:37: Ihre noch größere Chance bekommt sie dann auch im selben Jahr!

00:09:40: Der Sender CBS sucht für eine neue Sitcom eine junge Darstellerin – Sie soll die jüngere Schwester der Hauptfigur spielen?

00:09:46: Rebecca bewirbt sich natürlich, bekoppt die Rolle sogar und ab dem sechsten Oktober neunzehntundertsechsten achtzig.

00:09:51: Da war ich noch nicht mal geboren!

00:09:53: Er läuft meister Sam zur besten Sendezeit auf CBS.

00:09:56: Die Serie ist in Deutschland nie ausgestrahlt worden aber in den USA ist sie absoluter Kult Meister Sam, das ist eine Familien-Serie in der Pam Dorber, eine alleinstehende Fotografin spielt die plötzlich ihre deutlich jüngere Schwester aufnehmen muss.

00:10:09: Rebecca spielt diese jünger Schwester Patty Russell.

00:10:11: heißt sie da?

00:10:12: Die Serie ist jetzt kein intellektuelles Kunstwerk wie Rebekah's Eltern dass sich vielleicht gewünscht hat aber sie ist sehr unterhaltsam Sie is warm und sie wird von den Zuschauern geliebt.

00:10:22: In der ersten Staffel landet sie auf Platz einundzwanzig der meist gesehenen Sendungen in Amerika.

00:10:27: Rebecca Schäfer ist achtzehn Jahre alt, wohnt bei Pam Dorber und deren Mann Mark Harmon.

00:10:32: Und es plötzlich überall auf dem Cover der Seventeen auf Plakat wenden in Talkshows.

00:10:38: Während der Serie schreibt ihr ein sechzehnjähriger Teenager aus Tucson Arizona einen ersten Brief.

00:10:44: Er heißt also nicht der Brief sondern ... Der Teenager John Bardow!

00:10:48: Rebecca antwortet handschriftlich ganz persönlich macht sie immer so mit Fanposts.

00:10:52: Sie schreibt zu seinem Brief sei One of the nicest gewesen den sie bekommen habe ihre Maskenbildnerin.

00:10:57: Die hat sie aber davor gewarnt, persönlich zu antworten.

00:10:59: Aber Rebecca sagt sich, ich mach das!

00:11:01: Sie freut sich halt über Zuschriften und glaubt, dass sei das Mindeste was sie für ihre Fans tun kann.

00:11:07: Bade hingegen liest diesen Brief als Einladung, als Zeichen, als Beweis, dass zwischen ihm und dem Mädchen auf den Bildschirm etwas Besonderes existiert...

00:11:19: Die Serie meistens, dass Sam wird im Mai-Ninzehn-Achten-Achtzig dann abgesetzt.

00:11:23: Weil die Einschaltquoten einfach eingebrochen sind.

00:11:25: Rebecca ist zu diesem Zeitpunkt bereits dabei sich eine Filmkarriere aufzubauen.

00:11:29: Sie dreht in Ägypten ein Fernsehfilm mit Eva Marie Sainte und Bird Lancaster.

00:11:33: Sie übernimmt außerdem eine Nebenrolle in der schwarzen Komödie Luxusex und Lotterleben.

00:11:39: Das sind vielleicht Titel!

00:11:40: Eine Produktion, die ihr aber leider noch zum Verhängnis werden wird.

00:11:43: Sie ist zu der Zeit mit dem Film-Regisseur Brad Silberlings zusammen, den sie bei der Premiere seines Studentenfilms kennengelernt hat.

00:11:50: Freunde beschreiben sie als glücklich, ergeizig voller Pläne und am Morgen des achtzehnten Juli neunzehnundachtnein und achtzig, da wartet sie eigentlich auf ein Drehbuch!

00:11:59: Das soll ihr per Boote gebracht werden.

00:12:01: Sie hat an diesem Nachmittag nämlich noch einen Casting geplant

00:12:03: für... Bevor wir erzählen, was an diesem Morgen an Rebecca's Tür passiert, müssen wir euch einen Song erklären.

00:12:14: Nämlich Exit!

00:12:15: Der entsteht während der letzten Aufnahmetage der Joshua Tree Sessions Ende neunzehnundhundertsechs und achtzig wenige Monate bevor das Album im März siebenundachzig erscheint.

00:12:25: die Band U Two also Bono the Edge Adam Clayton und Larry Malen

00:12:27: Jr.,

00:12:28: die sind seit Monaten im Studio.

00:12:30: Das Album ist fast fertig und dann fängt die Band an zu jam einfach so ohne Plan aus.

00:12:35: Diesem Jam entsteht ein Langer, schwerer hypnotischer Track.

00:12:38: Der Produzent Daniel Lenoir schneidet ihn hinterher auf vier Minuten und dreizehn Sekunden herunter.

00:12:43: We Edge spielt diesen Song nicht mit seiner üblichen Ausrüstung – die fahrt durch ein Missverständnis schon eingelagert worden!

00:12:49: Er greift also zu einer billigen Gitarre und einem kleinen Roland-Verstärker.

00:12:52: Der Klang der dabei entsteht ist total roh, der schleift so...der klingt so metallisch ...und Lenoire beschreibt ihn als the sound of a machine that's alive grunting and grinding.

00:13:02: Es ist kein schöner Klang?

00:13:04: Soll er auch nicht sein.

00:13:05: Bono schreibt den Text introspektiv, also aus der Sicht des Protagonisten.

00:13:09: Er schlüpft in den Kopf einer Figur die religiös besessen ist, gewalttätig und losgelöst von der Realität.

00:13:16: In dem Buch U-Tool bei U-Two, das es für alle vier Bandmitglieder über ihre Geschichte sprechen, sagt Bono einmal dazu er wollte verstehen wie Gewalt in Menschen entsteht.

00:13:27: Er wollte nicht nur von außen darüber schreiben, er wollte von innen erzählen.

00:13:31: Die literarischen Vorlagen die ihr dafür liest, Norman Mailers das Lied vom Henker ein Buch über den verurteilten Mörder Gary Gilmore der neunzehnten siebzig in Utah durch einen Erschießungskommando hingerichtet wurde und dessen letzte Worte let's do it.

00:13:44: weltberühmt geworden sind Unterließt Truman Capote's Kaltblütig, Originaltitel in Cold Blood.

00:13:49: Das kennt ihr vielleicht ist der Klassiker über den Mord an einer Pharma-Familie in Kansas durch zwei junge Männer in einer einzigen Nacht im November, neunzehnhundertneuenfünfzig.

00:13:57: Beide Bücher versuchen dasselbe in die Psyche von

00:14:00: Mördern

00:14:00: einzutauchen ohne sie zu verherrlichen.

00:14:03: Bono will das auch schaffen!

00:14:04: Der Arbeitstitel des Songs lautet Executioner Song angelehnt an dem englischen Originaltitle von Mehlers Buch, das Lied vom Henker.

00:14:12: Der entgültige Titel Exit lässt bewusst offen, was mit diesem Wort gemeint ist.

00:14:15: Ist es der Ausweg eines Killers?

00:14:18: Ist es Mord oder Suizid?

00:14:20: Bono sagt er habe das absichtlich kryptisch stehen lassen!

00:14:23: Die entscheidende Zeile im Song – diejenige, die vier Jahre später in Los Angeles eine Rolle spielen wird – ist diese The Pistol Wade Heavy Eine Pistole, die schwer wiegt.

00:14:37: Zehnte und vorletzter Track direkt nach Mothers of the Disappeared, einem Song über die Mütter der unter der argentinischen Militärdiktatur verschwundenen.

00:14:44: Und diese Positionierung ist kein Zufall, Bono sagt er habe ein Stück Gewalt gebraucht unmittelbar bevor das Schmerz der Müttern kommt.

00:14:52: Exit soll dieser Bruch sein.

00:14:56: Live ist Exit eines der intensivsten Stücke die U-Tour hier gespielt haben auf der Joshua Tree Tour.

00:15:01: In den letzten Jahren steht bei allen Hundert neuen Konzerten im Programm.

00:15:05: Am zwanzigsten September, im RFK Stadium in Washington DC, stürzt Bono während der Aufführung von der Bühne und er kugelt sich die Schulter aus.

00:15:13: Drei Bänder reißen ach!

00:15:15: Er singt aber trotzdem weiter nach dem Ende der Tour im Oktober.

00:15:19: neunundachtzig spielen New Two Exit ein letztes Mal live in Melbourne in Australien und danach verschwindet das Song fast achtundzwanzig Jahre lang.

00:15:26: Warum?

00:15:27: Das hört ihr jetzt.

00:15:31: Der Täter in unserer Geschichte heute ist eben Robert John Bardo.

00:15:35: Er wird am zweiten Januar-Siebzig in den USA geboren, als Jüngst des von sieben Kindern.

00:15:39: Sein Vater Philip ist unteroffizierbar bei der US Air Force und seine Mutter June stammt aus Japan.

00:15:44: Die Familie zieht häufig um – das ist das Schicksal vieler Militärfamilien in Amerika – und lässt sich in die Jahre dementschließlich in Tucson, Arizona nieder.

00:15:52: Baudo wächst in einer dysfunktionalen Familie auf.

00:15:55: Er wird von einem älteren Geschwisterteil misshandelt, als Teenager droht er mit Selbsttötung und kommt vorübergehend in eine Pflegefamilie.

00:16:02: Mit fünfzehn Jahren wird er ein Monat lang in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

00:16:06: Die Diagnosen, die über die Jahre genannt werden sind unter anderem bipolarische Störungen später vor Gerichtern auch Schizophrenie.

00:16:12: Baudow bricht die High School in der neunten Klasse ab.

00:16:14: danach arbeitet er als Hausmeister bei der Fast-Food-Kette Jack In The Box.

00:16:18: Das ist seine Welt als er in Den ersten Brief an Rebecca Schäfer schreibt.

00:16:25: Bado hat vor Schäfer schon andere Mädchen und Frauen aus der Ferne verfolgt.

00:16:28: Das erste dokumentierte Objekt seiner Obsession ist Samantha Smith, ein amerikanisches Mädchen die als Zehnjähriger.

00:16:36: Sie schrieb nämlich einen Brief an den sowjetischen Staatschef Andropov und bittet um Frieden zwischen den USA und der Serviette Union.

00:16:43: Daraufhin wurde sie in beide Länder eingeladen und international bekannt.

00:16:47: auch Bado wird auf sie aufmerksam und reist nach Maine wo Samantha wohnt.

00:16:51: er fährt tatsächlich dahin und kehrt nur deshalb um, weil ihnen eine Polizeistreife erschreckt.

00:16:56: Danach richtet Bardo seine Aufmerksamkeit kurz auf die Popstars Tiffany und Debbie Gibson.

00:17:02: Und dann, in den Sechsten Achtzig sieht der Rebecca Scheffer zum ersten Mal im Fernsehen.

00:17:06: Er scheint ja mit Nachbarsmädchen nichts anfangen zu können oder mit Arbeitskolleginnen oder so.

00:17:12: Es müssen immer welche sein, die er aus den Medien kennt also immer Popstars oder hier ein junges Mädchen das ... in die Öffentlichkeit kommen, weil sie einen Brief an den sowjetischen Parteischef schreibt.

00:17:24: Also da sagt er...

00:17:25: Na ja gut vielleicht wenn der nicht aus dem Haus geht großartig dann sieht das halt in seiner Welt vielleicht nur im Fernsehen oder so.

00:17:31: was?

00:17:31: Oder bei MTV?

00:17:33: Ja weiß ich nicht.

00:17:33: ne also es ist wirklich aber auch auffällig.

00:17:36: na gut was folgt ist jetzt eine Eskalation in drei Stufen.

00:17:39: Stufe eins Briefe Bardo Schreibcheffe regelmäßig.

00:17:43: Sie antwortet einmal handschriftlich haben wir schon gesagt Und das reicht, um in Baudos Weltbild eine Liebesbeziehung zu konstruieren.

00:17:50: Die in der Realität natürlich gar nicht existiert.

00:17:52: Stufe zwei Studio-Besuche.

00:17:55: In den Warner Brothers Studios in Burbank, wo meister Sam gedreht wird.

00:18:00: Er trägt einen riesigen Teddybären und Blumen bei sich.

00:18:04: Der Sicherheitsdienst lässt ihn aber nicht rein.

00:18:06: Ein Monat später kommt er wieder.

00:18:07: Diesmal mit einem Messer in der Tasche.

00:18:09: Er kommt wieder nicht rein!

00:18:11: Der Sicherheizdienst meldet den Vorfall, aber niemand informiert Rebecca.

00:18:14: Warum auch?

00:18:15: Muss ja nicht sein.

00:18:16: In Bardo's Kopf ist das kein Scheitern, sondern nur ein Aufschub.

00:18:19: So, Stufe drei zwei Jahre später erfindet Rebeccas Adresse

00:18:23: heraus.".

00:18:24: Ja und wie Bardo das schafft, ist damals legal.

00:18:27: Das haben wir gerade schon gesagt vom Mal gesehen.

00:18:29: er beauftragt eine Detektive in Tüßen und Zahlt zweihundertfünfzig Dollar.

00:18:34: Der Detektiv wiederum fragt einfach bei der kalifornischen KFZ-Zulassungsbehörde kurz die MV genannt.

00:18:39: da fragte an Das ist die amerikanische Behörde, die Führerscheine und Fahrzeugzulassungen verwaltet.

00:18:45: Die gibt in Kalifornien zu dieser Zeit die persönlichen Adressen von Fahrzeughaltern auf Anfrage heraus.

00:18:51: Jeder der Name, Geburtsdatum oder Kennzeichen einer Person kennt kann für fünf Dollar deren Heimatadresse kaufen.

00:18:58: Kein Nachweis, kein Grund, keine Einschränkung!

00:19:01: Eine Sprecherin der DMV sagt kurz nach dem Mord der Nachrichtenagentur UPI Es gäbe keine Möglichkeit für Prominente und Privatpersonen, ihre Adresse zu sperren.

00:19:09: Das könnten nur die Strafverfolgungsbehörden.

00:19:12: Allein in den letzten Jahren gibt D&W in Kalifornien sechszehn Millionen Adressanfragen heraus.

00:19:18: Das muss man sich mal vorstellen!

00:19:20: Auf die Idee mit dem Privatdediktiv kommt Bado übrigens durch einen anderen Mordfall.

00:19:25: Schauspielerin Theresa Saldana wurde zweiundachtzig von einem obsessiven Fan mit einer Messer erstochen.

00:19:31: Und dieser Täter hatte auch einen Privatdektiv eingeschaltet um ihre Adresse zu beschaffen.

00:19:35: Ob dabei jetzt auch DMV-Daten genutzt wurden, ist nicht eindeutig belegt.

00:19:41: Das muss man sich mal vorstellen, dass erst mehrere Menschen getötet werden müssen bis die Behörde merkt das es vielleicht keine gute Idee ist einfach so alle Privatadressen rauszugeben.

00:19:50: Was ist denn der Grund überhaupt dahinter?

00:19:52: Also warum denkt man sich dann... Warum fünf Dollar?

00:19:57: also warum überhaupt?

00:19:58: Entweder macht man's gar nicht oder für fünfhundert Dollar oder was auch immer.

00:20:02: aber wo ist der Grund zu sagen Ey komm, wir machen das.

00:20:05: Wenn einer fragt wo die Leute wohnen dann sagen wir den das einfach.

00:20:08: Ich raff's auch gar nicht

00:20:09: Wozu?

00:20:09: Also jetzt rein offiziell.

00:20:10: wozu hat man sich gedacht?

00:20:12: Das ist okay

00:20:14: Keine

00:20:15: Ahnung.

00:20:15: Sechzehn Millionen Adressanfragen Das ist ja von Wissen.

00:20:19: Ich frage mich auf wofür haben diese sechzehnten Millionen da angefragt?

00:20:22: also was haben die damit gemacht?

00:20:24: Echt, das ist doch irre.

00:20:25: Wenn ich jetzt wissen wollte wo du wohnst hätte ich jetzt irgendwie Einfach hätte ich auf dem Parkplatz dein Auto

00:20:30: gesehen

00:20:31: Hätte ich das aufgeschrieben Hätt ich gefragt, wo wohnt ihr?

00:20:34: Dann fahr' ich zu dir hin und steh da vor der Tür im Dunkel.

00:20:37: Ja, das ist doch verrückt!

00:20:39: Wie kommt man denn da

00:20:39: drauf?!

00:20:40: Was soll das denn?

00:20:40: Ich versteh's nicht... Das müssen wir noch mal nachforschen.

00:20:43: Da muss ich nochmal in die Recherche einsteigen.

00:20:47: Das lässt mir keine Ruhe, warum man das gemacht hat.

00:20:50: Aber egal, wir machen weiter mit unserem Fall.

00:20:51: In der Nacht des siebzehnten Juli, neunundachtzig, steigt Robert Baudou in Tucson in einen Greyhound-Bus.

00:20:57: Greyhounds ist das amerikanische Gegenstück zum Fernbus.

00:21:00: Günstig langsam die Waldera, die sich kein Flugticket leisten könnte.

00:21:04: Man fährt damit von einer Seite Amerikas auf und die andere Seite rüber.

00:21:08: Er trägt bei sich eine CD von The Joshua Tree, eine Ausgabe von GD Selingers der Fänge im Roggen demselben Buch das Mark David Chapman bei sich hatte.

00:21:16: als er in den neunzehnundachtachzig John Lennon erschossen hat gibt es ja auch eine Folge unseres Podcasts drüber Und ein altes Autogramm von Rebecca Schäfer und einen Brief, den er als Abschiedsbrief formuliert hat.

00:21:26: und er hat eine Waffe Bei sich.

00:21:29: Die Waffe hatte übrigens nicht selber gekauft, das darf er gar nicht!

00:21:32: Für den Kauf einer Handfeuerwaffel bei einem lizencierten Händler gilt in den USA auf Bundesebene ein Mindestalter von einundzwanzig Jahren – was für einen Glück?

00:21:39: So Bardo ist nämlich erst neunzehn.

00:21:41: Aber sein älterer Bruder Edward

00:21:43: hat ihm

00:21:44: einen Revolver besorgt.

00:21:45: Einen Ruger GP-Einhundertkaliber dreifünf sieben.

00:21:49: Wer sieht dafür interessiert?

00:21:50: Eine Magnum.

00:21:52: Und das Ding holt Bardo in Los Angeles bei ihm ab….

00:21:55: Was in den Stunden nach Roberts-Ankunft passiert, wissen wir aus dem späteren Gerichtsverfahren und den Aussagen der ermittelndenen Beamten.

00:22:03: Bado kommt also gegen fünf Uhr morgens in Los Angeles an – er fährt zu dem Apartmentkomplex im Stadtteil Fairfax.

00:22:08: wo Schäfer wohnt ist eine ruhige bürgerliche Gegend westlich der Innenstadt, erklingelt an ihrer Wohnungstür….

00:22:14: Und Schäffer öffnet!

00:22:16: Bado zeigt ihr das alte Autogramm dass er von ihr hat.

00:22:18: sie ist freundlich aber weist ihn ab.

00:22:20: Sie hat diesen Morgen ja auch zu tun.

00:22:22: Das Drehbuch für das Departecasting, das soll gebracht werden, denn Nachmittag ist verplant.

00:22:26: Bado geht erst mal!

00:22:28: Er geht erstmal in ein Deine in der Nähe und frühstückt.

00:22:30: was in diesem Deiner in seinem Kopf vorgeht lässt sich nur aus dem konstruieren was er später den forensischen Psychiater Dr.

00:22:35: Park Dietz schildert.

00:22:37: Es wütend nicht wegen der Abweisung sondern es wütent wegen eines Films Denn kurz vor der Reise hatte Bado Rebecca Schäffer in Luxusex-und Lotterleben gesehen Und dieser Film enthält eine Bett-Szene.

00:22:51: Für Bado ist das verrat, als hätte sie ihn betrogen!

00:22:55: Das Bild, dass er von ihr in seinem Kopf konstruiert hatte... Dass die so ganz rein und unerreichbar ihm allein geweiht ist, das ist kaputt.

00:23:02: Er kehrt zu ihrem Apartment zurück und klingelt nochmal.

00:23:05: Es ist kurz nach zehn.

00:23:07: Schäfer erwartet immer noch den Boden mit dem Drehbuch und öffnet wieder die Tür.

00:23:12: Dieses Mal geht alles ganz schnell.

00:23:13: Bado schießt ihr mitten in die Brust.

00:23:16: Rebecca Schäfer schreit, why?

00:23:18: Warum?

00:23:18: und bricht in der Tür zusammen.

00:23:20: Nachbarn rufen die Polizei.

00:23:22: Detective Dan Andrews vom LAPD ist wenige Minuten später vor Ort.

00:23:26: Sanitäter bringen Schäffer ins Cedars Sinae Medical Center.

00:23:30: Das ist eines der größten Krankenhäusern in Los Angeles, keine zwei Kilometer entfernt.

00:23:34: Die Ärzte kämpfen dreißig Minuten lang um ihr Leben aber es ist zu spät, Rebecca Schafer stirbt.

00:23:40: sie wird nur einundzwanzig Jahre alt.

00:23:42: Bardo läuft davon.

00:23:44: Er wirft das Taschenbuch, den Fänger im Roggen auf ein Hausdach als wollte er so eine Last loswerden und dann fährt der per Bus zurück nach Tüßen.

00:23:51: Am nächsten Tag, dem neunzehnten Juli wird er auf interstate zehn von Polizisten aufgegriffen.

00:23:56: Er läuft nämlich auf der Schnellstraße durch den fließenden Verkehr und ruft dabei laut iKillt Rebecca Scheffer!

00:24:01: Als sie bermachten ihn befragen geschieht er sofort alles ohne Zögern oder Ausflüchtungen.

00:24:06: Die Ermittler fahren nach Los Angeles.

00:24:09: Was sie dort vorfinden, ergibt eine lückenlose Kette die Detektei, die Adresse, die Busttickets das Geständnis und die Waffe.

00:24:16: Es gibt nichts zu rekonstruieren.

00:24:17: Die Tat ist perfekt

00:24:19: dokumentiert.".

00:24:20: Der Prozess gegen Robert John Bardow beginnt am fünfundzwanzigsten September, nineteen-einneunzig in Los Angeles zwei Jahre nach dem Mord.

00:24:28: Es ist kein geschworenen Prozess.

00:24:30: Bardow verzichtet auf ein solches Verfahren.

00:24:32: Die Staatsanwaltschaft verzichtet im Gegenzug auf die Todesstrafe.

00:24:36: Richter ist Dino Fuldoni vom Superior Court Los Angeles.

00:24:40: Die Anklage verdritt Marcia Clark, eine stellvertretende Staatsanwältin die vier Jahre später als Chefanklegerin im OJ Simpson-Prozess noch weltweit bekannt werden wird.

00:24:50: Die Verteidigung übernimmt der Pflichtverteidiger, Steven Galindo heißt er.

00:24:55: Und die Anklage lautet Mord ersten Grades mit dem erschwerenden Merkmal des Auflauerns.

00:25:01: Dieses Merk mal auf Englisch lying in wait bedeutet Der Täter hat das Opfer absichtlich abgepasst und ist zurückgekehrt.

00:25:09: Darauf steht lebenslangehaft ohne Bewährungsmöglichkeit.

00:25:15: Der forensische Psychiater, haben wir vorhin schon gesagt Dr.

00:25:18: Park Elliott Dietz, der diagnostiziert bei Baudo ebenst die Zufrinie.

00:25:22: Dietz beschreibt wie Baudos zwischen Verehrung und Hass pendelte – wie dieser Wechsel in seinem Kopf funktionierte?

00:25:27: Dietz sagt wie ein Lichtschalter!

00:25:29: Im Gespräch mit ihm hat Baudow etwas gesagt das sie Staatsanwaltschaft aufhorchen lässt.

00:25:33: Er hat erklärt dass er The Joshua Tree auf dem Weg zu Rebecca Schäffer dabei hatte.

00:25:38: Und dass eine bestimmte Zeile aus Exit ihm, wie er es formuliert Die Idee für sein Auftrag, die Zeit erlaubt hat.

00:25:46: Auf Englisch bedeutet Wade Heavy sowohl das physische Gewicht einer Waffe in der Hand als auch eine Last, die jemanden innerlich erdrückt.

00:25:56: It weighs heavily on my mind sagt man zum Beispiel.

00:25:59: Bono meinte damit beides und Bardo offenbar auch Am eighthen Oktober.

00:26:04: einundneunzig spielt Staatsanwältin Marcia Clark Exit im Gerichtssaal ab.

00:26:08: Bado, der bis dahin unbewegt gewirkt hat fängt an sich im Takt so hin und her zu bewegen.

00:26:13: Er trommelt auf seinen Oberschenkeln mit unterlächelt und erformt die Worte mit den Lippen.

00:26:18: The Pistol weighed heavy

00:26:22: Die Anklagesite, Anwältin Marcia Klack argumentiert.

00:26:25: Bardo habe nicht im Wahn gehandelt sondern eiskalt geplant.

00:26:29: Er habe zweimal an Rebecca's Tür geklingelt was wir ja wissen er sei dazwischen in einem Diner gesessen habe gefrügstückt aber die waffe gezielt eingesetzt.

00:26:37: klark zitiert brie für die bado als Jugendlicher und seinen Schulberater geschrieben hatte Sätze wie die Leute haben einen Fehler gemacht als sie mich vom Suizid abgehalten haben.

00:26:45: jetzt muss der Teufel töten.

00:26:47: Das,

00:26:47: sagt

00:26:48: Clarke ist kein psychotischer Kurzschluss.

00:26:50: Das ist eine vorsätzliche

00:26:51: Tat.".

00:26:52: Die Verteidigung hält dagegen.

00:26:54: Bardo sei seit seiner Kindheit schwer krank und seine Wahrnehmung der Realität fundamental gestört.

00:26:59: Er sah ein Opfer – nicht im selben Maße wie Rebecca Schäffer aber doch auch ein Opfe!

00:27:04: Richter Fulgioni gehört beide Seiten, er lässt sich Zeit... Sein Urteil ist dann Mord ersten Grades, mit dem erschwerenden Merkmal des Auflauerns.

00:27:12: In seiner Urteilsbegründung sagt Full Joni, Bado sei keine normale Person.

00:27:16: Er leide möglicherweise an Schizophrenie aber auch Schizophrene können lauern, können planen und können mithötungsabsicht handeln.

00:27:24: Und dann sagt Full Juni noch etwas er glaube dass das gefasst werden für Bado Teil des Plans gewesen sein.

00:27:30: Im Dezember ein neunzig wird die Strafe dann verkündet lebenslänglich ohne Bewährung.

00:27:35: Rebecca Eltern Benson und Dana sind bei der Urteilsverkündung übrigens anwesend.

00:27:40: Nach dem Prozess stellt sich dann die Frage, was sagen YouTube überhaupt dazu?

00:27:44: Was sagt Bono?

00:27:45: Der Exit aus der Innenperspektive eines Killers ja geschrieben hat und dessen Song ein realer Killer als Teil seiner Rechtfertigung benutzt!

00:27:52: Die Antwort ist klar und ohne Entschuldigungen.

00:27:54: in einem Interview mit HotPress sagt Bonow auf die direkte Frage ob er sich verantwortlich fühle – not at all nicht im Geringsten.

00:28:00: Er fügt hinzu, das klinge für ihn wie die Arbeit eines guten Anwalts der einen Aussieg für seinen Mandantensuche und erklärt warum er trotzdem solche Songs schreiben müsse.

00:28:09: man müsse manchmal in die Dunkelheit hinabsteigen Man müsse diese Straßen in der Musik betreten Nicht um dort zu wohnen aber um zu verstehen.

00:28:16: Der Ed nennt die Verwendung im Prozess Very Heavy schwer zu tragen oder zu ertragen Und spricht sich gegen Zensur aus.

00:28:22: Kein Künstler soll etwas zurückhalten weil er fürchte was jemand anderes damit anstellen könnte.

00:28:27: Der Manager, Paul McGinnis sagt Jahre später der Song sei durch den Prozess slightly tainted worden.

00:28:33: Leicht beschmutzt.

00:28:34: Dennoch spielen U-To-Exit live nicht mehr bis zum Jahr.

00:28:37: zwei Tausend siebzehn als die Band die dreißig Jahre Tour zu The Joshua Tree macht und dem Song dann zurückbringt weil sie das komplette Album in einem Rottch durchspielen.

00:28:46: Der Mord an Rebecca Schäfer löst eine politische Reaktion aus, die bis heute nachwirkt.

00:28:50: Noch ein Jahr nach der Tat und noch vor der Gerichtsverhandlung verabschiedet Kalifornien das erste Anti-Stalking-Gesetz – der gesamten USA!

00:28:59: Stalking ist bis dahin kein eigener Straftatbestand.

00:29:06: Das neue Gesetz ändert das.

00:29:07: Innerhalb von drei Jahren ziehen alle fünfzig US-Bundesstaaten nach.

00:29:15: folgt dann auch sehr wichtig auf Bundesebene der Drivers Privacy Protection Act, ein Gesetz das die voraussetzungslose Weitergabe persönlicher DMV-Daten endlich verbietet und sie nur noch für klar definierte Zwecke erlaubt.

00:29:28: Die Lücke durch die Badoe für zwei Hundertfünfzig Dollar –die Privatadresse von Rebecca Schäfer kaufen konnte– wird endlich geschlossen!

00:29:35: Masiya klagt.

00:29:36: Die Anklägerin aus dem Bado-Prozess sagt, in einem Interview rückblickend es sei ein Glück dass diese Gesetze vor der Explosion des Internets verabschiedet worden seien und das öffentliche Bewusstsein manchmal wichtiger sei als die Gesetzer selbst.

00:29:48: Rebecca's Mutter Dana gründet nach dem Mord die Organisation Oregonians Against Gun Violence und setzt sich für strengere Waffengesetze ein.

00:29:56: Pam Dorber, Rebekahs Kollegin aus Meister Sam versammelt bereits einem Monat nach dem mord den gesamten Kast der Serie und dreht mit ihnen einen öffentlichen Spot für Waffenkontrollgesetze.

00:30:07: Rebecca Eltern stehen dabei am Set.

00:30:09: Dorber sagt anschließend vor dem US-Kongress aus und fordert – wie sie es nennt – vernünftigere Waffengesetze.

00:30:15: Sie ist es auch, die sich erfolgreich für eine Einschränkung des DMV-Datenzugangs stark macht!

00:30:19: Sie stirbt am sechsten November zweiundzwanzig an Rebekahs Geburtstag.

00:30:24: Bardo sitzt bis heute im Avenue State Prison in Kalifornien.

00:30:28: Zwei tausend sieben wird er im Gefängnis von einem Mithäftling mit einer Messer angegriffen und verletzt.

00:30:33: Zweitausend neunzehn.

00:30:33: in einen der seltenen öffentlich zugänglichen Statements sagte Er was irreplaceable I think about her every day because she should be here.

00:30:42: Red Silberling, der Regisseur, der mit Rebecca zusammen war verarbeitet ihren Tod.

00:30:47: Im Film Moonlight Mile ohne Sie je beim Namen zu nehmen.

00:31:00: Und... ... eine Frau erschossen.

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